So, das war's also. Schon wieder ein Jahr rum, und schon wieder hat es sich kürzer angefühlt als das davor. Ich will jetzt nicht groß Bilanz ziehen. Es war ein gutes Jahr, das ist das wichtigste. Jetzt sitze ich hier bei Natalie, im weißen Hemd, vor mir Krawatte und Jacket. Gleich fahren wir ins Casino, um das Jahr 2009 entweder mit Pauken und Trompeten zu beginnen - oder so wie alle anderen: pleite.
Schon jetzt ist abzusehen, dass auch 2009 nicht gerade langweilig wird. Allein schon deshalb, weil sich meine Zukunft in Frankfurt irgendwann im Laufe des Jahres entscheiden wird. Im Zuge des Volontariats werde ich einen Monat, den Februar nämlich, in Köln verbringen, und einen in Berlin in unserer Parlamentsredaktion. Reise- oder zumindest Urlaubspläne wird es auch geben, vielleicht schon sehr bald. Alles andere warte ich einfach ab.
Ich wünsche euch allen ein großartiges neues Jahr, wo auch immer ihr seid oder sein werdet.
Mittwoch, 31. Dezember 2008
Schon wieder
Eingestellt von Patrick @ 17:11 0 Kommentare
Sonntag, 21. Dezember 2008
Wochenendzusammenfassung
Handball: Nach unserem sensationellen 30:20-Sieg gegen einen auf dem Papier gleichwertigen Gegner stehen wir zum Abschluss der Hinrunde auf Platz drei der Tabelle - punktgleich mit dem zweiten und mit dem zweitbesten Torverhältnis der Liga. Nicht schlecht für ein Team, das letzte Saison noch gegen den Abstieg gekämpft hat. Deshalb jetzt bitte alle mal leise "Wow" sagen. Danke.
Linkliste: Neu bei mir verlinkt sind Sandy und Albert mit ihrem Blog aus Australien, das bislang aber nur Einträge aus Thailand enthält. Dieser Stress in Australien muss also mörderisch sein.
Langsaaam: Wenn ich mal wieder zu selten was ins Blog schreibe, dann liegt das am "Slog Blog Manifest", dem ich mich hiermit unterwerfe.
Düster: Heute ist Wintersonnenwende, der dunkelste Tag des Jahres. Das heißt: Ab jetzt wird alles besser. Ich kann den Sommer schon fast spüren.
Eingestellt von Patrick @ 14:19 0 Kommentare
Freitag, 19. Dezember 2008
Wenn der Postmann keinmal klingelt [Update]
Da glaubt die FR, den Scoop des Monats gelandet zu haben, und dann diese Auflösung: Das Paket mit Kreditkarten- und sonstigen sensiblen Daten von Kunden der Berliner Landesbank, das neulich bei der Chefredaktion gelandet ist, hat bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Datenschlamperei, Skandal etc. pp. Heute kam raus: Das alles hat nichts, aber auch gar nichts mit den investigativen Journalisten der FR zu tun, sondern nur ... mit einem Kuchen.
Zwei Kurierdienstmitarbeiter haben sieben Päckchen transportiert. Eines davon war an die FR adressiert und enthielt einen Christstollen - was die beiden Mitarbeiter wussten. Die sechs anderen enthielten die Daten auf Mikrofiches - was die beiden nicht wussten. Sie hatten aber Hunger. Also öffneten sie das Stollen-Päckchen, aßen den Inhalt und klebten den Adresszettel auf eines der sechs Datenpakete. Damit jeder Empfänger zumindest irgendwas per Post bekommt, dachten sie. Das Paket landete in der Redaktion und wurde zur Topmeldung, mit der sich die FR in ganz Deutschland zitieren ließ. Nachzulesen ist das alles hier.
Jetzt zum eigentlichen Skandal: Das alles hat Methode. Behaupte ich. Denn seit Tagen warte ich auf das Paket mit Mamas selbst gebackenen Keksen. Aber es kommt nicht. Ich vermute, dass ein Postmitarbeiter sich gedacht hat, "Ein Paket von Mama an den Sohn, da muss was Leckeres drin sein. Das esse ich jetzt alles." Würde mich nicht wundern, wenn ich stattdessen in den nächsten Tagen ein Paket mit Kreditkartendaten irgendeiner Bank bekommen würde, als Entschädigung gewissermaßen. Aber was soll ich sagen: ICH WILL MEINE KEKSE!
Update: Ich hab meine Kekse. Keine Kreditkarten-Daten. Geht doch.
Eingestellt von Patrick @ 20:42 0 Kommentare
Sonntag, 14. Dezember 2008
Irgendeine Überschrift
Nicht wundern, dass hier in letzter Zeit fast nichts neues mehr erscheint. Ich bin derzeit völlig unkreativ, schreib- und denkfaul - kurz gesagt: urlaubsreif. Das macht sich bei der Arbeit bemerkbar, wo ich seit Wochen keine eigenen Ideen mehr einbringe und alles, was nach Mehrarbeit klingt, mit letzter Kraft schlechtrede. Das macht sich beim Sport bemerkbar, wenn ich mich mal wieder nicht aufraffen kann, zum Kieser-Training zu gehen. Das macht sich bei den Silvesterplanungen bemerkbar, denn bislang habe ich genau einmal für ein paar Minuten geguckt, was man denn in Köln so anstellen könnte und natürlich nichts (gut) gefunden. Und das macht sich hier bemerkbar, wenn ich es nicht einmal mehr schaffe, einen Satz zu Ende
Eingestellt von Patrick @ 21:39 0 Kommentare
Mittwoch, 3. Dezember 2008
Frankfurt ist ... (II)
... wenn eine Frau ein verdächtig nach Sprengstoff aussehendes Paket findet - und es vorsichtshalber zum nächsten Polizeirevier bringt. Denn wenn es schon explodieren sollte, dann wenigstens dort, wo ... naja, den Satz darf jeder für sich vervollständigen.
Eingestellt von Patrick @ 16:34 0 Kommentare
Sonntag, 30. November 2008
Final Destination
Also gut, Frankfurt rockt doch ein bisschen. Ich war gestern im Final Destination, und das hatte was von der Live Music Hall in besseren Tagen. Hätte zwar ein bisschen voller sein können (also der Laden jetzt...), aber da kann man's aushalten. Ist ja auch schon länger her, dass ich erst morgens um fünf nach Hause gekommen bin.
Doof nur, dass der Abend mit der Nachricht begann, dass die einzige Rundschau-Frau, die rockt, Ende Februar zurück nach Berlin zieht. Damit halbiert sich mein Freundeskreis in der Stadt ja praktisch schon wieder. Aber wer würde Frankfurt nicht sofort verlassen, wenn er könnte?
Außerdem ist es nach Lauras Abgang in Richtung Indonesien taktisch nicht ungeschickt, jemand anderen in Berlin zu platzieren. Irgendjemanden muss man da ja kennen, wenn man für Fortbildungen etc. zwei mal im Jahr hinfährt und dabei Touristenfallen möglichst umgehen möchte.
Aber wer geht jetzt in Frankfurt mit mir gute Musik hören?
Eingestellt von Patrick @ 14:57 0 Kommentare
Dienstag, 25. November 2008
And the Oscar goes to ... Me!
Komme gerade aus dem wie immer sensationellen Vollplaybacktheater. Mit im Schlepptau hatte ich Yvonne, die Volbeat-Frau und Layouterin bei der FR. Die sagte vorher, sie hätte was zu feiern. Eine von ihr gestaltete Zeitungsseite ist mit dem European Newspaper Award in der Kategorie "Sektionstitelseiten / überregionale Zeitungen" ausgezeichnet worden. Sie: "War irgendwas mit 60 Jahre Vinyl-Schallplatte. Ich weiß gar nicht, wer das geschrieben hatte." Die Antwort war logisch: Ich.
Ist aber kein Grund abzuheben. Der Award ist undotiert, die FR sammelt jedes Jahr 10 davon ein, und bewertet wird hauptsächlich das Layout. Aber trotzdem konnten wir unseren ersten Preis feiern.
Kaum beim Vollplaybacktheater angekommen und vom Sven durch die Hintertür hineingelassen, tobt der gute Mann wieder los: "Da kommen die nächsten". Die nächsten, das war Julia aus Köln, seit Januar Pflegemama meiner Riesentopfpflanze und nebenberuflich Freundin meines Langzzeitlieblingsmitbewohners.
Guter Abend, sehr guter Abend.
Eingestellt von Patrick @ 22:46 0 Kommentare
Donnerstag, 20. November 2008
Ich krieg die Krätze!
... könnte jedenfalls passieren. Ein Patient von Natalie wurde mit Verdacht auf irgendwas eingeliefert, und es verging einige Zeit, bis man merkte, dass der Tpy die Krätze hat. (Bitte nur hier nachlesen, wenn ihr einen starken Magen habt.) Seitdem kratzen sich alle Krankenhausmitarbeiter. Tolle Aussichten. Natürlich könnte ich auch endlich mal krank feiern, aber kein Arbeitgeber der Welt glaubt einem, wenn man sagt, man muss zu Hause bleiben, weil man die Krätze hat, oder?!
Vielleicht war es ein Zeichen, dass mir meine Mitfahrgelegenheit für morgen eben noch abgesagt hat, aus Angst vor Wintereinbruch und Verkehrschaos.
Eingestellt von Patrick @ 20:26 0 Kommentare
Samstag, 8. November 2008
Wenn Frankfurter rocken
... sieht das, nun ja, unkonventionell aus. Im Cave, einem etwas in die Länge gezogenen Kellergewölbe mit DJ-Pult an einem Ende und einer kleinen Bühne am anderen, ließ gestern Abend offenbar der Club der geschlechtlich unentschlossenen Geisteskranken seinen Betriebsausflug ausklingen. Auf der Bühne stand stundenlang ein Typ mit Schnurrrbart und langen, lockigen Haaren und tat so, als würde er in sein mitgebrchtes, offenbar echtes Mikrofon singen. Dazu machte er verhaltene Rockstar-Bewegungen, was in seinem Gothic-Frauenkleid und den weißen Turnschuhen wirklich bemerkenswert aussah. Vor ihm am Bühnenrand saß ein glatzköpfiger Türsteher-Typ, autistisch-stumm nach vorne und hinten wackelnd, händchenhaltend mit einem Mittvierziger, der aussah wie der heroinsüchtige Zwillingsbruder des Sängerinnensängers.
Emmet, Kohlenstoffdioxidverschmutzungszertifikathändler aus London und Kollege von Sandra aus Köln, die auch schon mit beim Volbeat-Konzert war, zeigte sich begeistert: "Ich mag euch Deutsche, ihr seid so verrückt!"
Eingestellt von Patrick @ 10:13 0 Kommentare
Dienstag, 4. November 2008
Leben retten
In einer Stunde kommen die ersten Ergebnisse aus den USA. In der ARD wiederholen semiprominente Knallchargen schon seit Stunden, was alle seit Monaten wissen. Das reicht nicht, um mich wachzuhalten. Also überleg ich mir solange ein Konzept für einen Artikel, den ich schon seit Tagen vor mir herschiebe:
"Dinge geregelt kriegen ohne einen Funken Selbstdisziplin" heißt ein neues Buch, eine Art Anti-Ratgeber, eine Anleitung zum Untätigsein, eine Prokrastinations-Bibel. Charmant-klugscheißerisch geschrieben von zwei Hauptfiguren der Zentralen Intelligenz Agentur, und erwartungsgemäß zerrissen von der Sudetendeutschen Zeitung.
Ich hab das Thema bei uns vorgeschlagen, aber weil das Buch schon seit einem Monat auf dem Markt ist, ist es für eine Rezension viel zu spät. Also muss ein anderer Ansatz her.
Meine Idee: Ein Selbstversuch. Mal für einen Tag professionell prokrastinieren - und daraus einen Artikel schreiben. Ratschläge befolgen wie "Den perfekten Mord planen, dann aber kurz vor der Ausführung darauf verzichten. Darüber nachdenken, dass Untätigkeit Leben retten kann."
Meine Probleme: Erstens könnte es passieren, dass einer aus der Redaktion schlau genug ist zu erkennen, dass ich fürs Nichtstun bezahlt werden möchte. Zweitens rechne ich damit, dass mindestens einem der Entscheider die Idee zu billig ist und er sie abgelehnt, weil er nicht selbst drauf gekommen ist.
Meine Lösung: Entweder die Idee weiter ausarbeiten und mit viel Elan vorstellen. Oder mich nach dem Buch richten und einfach nichts tun, bis alle vergessen haben, dass wir was zu dem Thema machen wollten.
Eingestellt von Patrick @ 23:03 0 Kommentare
Sonntag, 26. Oktober 2008
Dunkle Vorahnungen
Dienstag in einer Woche ist es soweit.
Ich hab da ein ganz schlechtes Gefühl...
Eingestellt von Patrick @ 20:30 0 Kommentare
Samstag, 25. Oktober 2008
I'll be back
Wie's aussieht, hospitiere ich im kompletten Februar in der Sport-Onlineredaktion der ARD, die beim WDR in Köln sitzt. Schade nur, dass die Handball-WM ausgerechnet am 1. Februar endet. Da hätte ich sonst bestimmt meinen Senf loswerden können. Aber viel wichtiger ist natürlich, dass ich dann mal wieder längere Zeit in Köln verbringen kann. Wo ich dann wohnen werde, weiß ich noch nicht. Der Verlag bezahlt zwar irgendwas, aber genaueres muss ich erst noch klären. Sagt mir aber bescheid, falls ihr in letzter Zeit angebaut und ein Gästezimmer eingerichtet haben solltet.
Eingestellt von Patrick @ 12:08 1 Kommentare
Sonntag, 19. Oktober 2008
Winterreifen
"Vergiss nicht, ihr braucht Winterreifen für das Auto", hat mein Papa gesagt.
"Wir haben noch welche hier, die könnt ihr haben", hat mein Papa gesagt.
Ich also hin, an meinem freien Tag, 400 Kilometer im Polo, am nächsten Tag 400 zurück.
Papa guckt aufs Auto und sagt: "Da sind doch Wintereifen drauf!"
Erster Kandidat für die dämlichste Aktion des Jahres also. Irgendwie ist in den letzten sechs Monaten nie jemand auf die Idee gekommen, mal nachzuschauen, was für Reifen aufgezogen sind. Gut, dass Benzin wieder billiger ist.
"Aber schön, dass du mal wieder da warst", hat mein Papa noch gesagt.
Eingestellt von Patrick @ 19:54 0 Kommentare
Mittwoch, 15. Oktober 2008
Too Old To Pogo, Too Young Too Die
Dänemark rockt. Gestern Abend haben Volbeat das wunderschöne Capitol in Offenbach heimgesucht, und es war ganz großes Tennis. Der Laden muss mal ein Theater gewesen sein, deshalb gibt's ein Parkett für die Meute, eine erhöhte Ebene dahinter für die Vorsichtigen und einen Rund-um-Balkon für den Rest. Rote Vorhänge, schöne Beleuchtung, kurz gesagt: eine der schönsten Locations, die man sich für ein Konzert nur vorstellen kann.
Dann kamen Stuck Mojo und haben alles plattgemacht. Hat zwar zwei, drei Songs gedauert, aber dann war's soweit. Alle völlig psycho, aber liebenswert. Ein paar Fans auf der Bühne hatten den Auftritt ihres Lebens, als sie singen durften. Mit einer Mörderversion von Southern Pride war der Höhepunkt erreicht.
Volbeat haben dann alles noch richtiger gemacht. Volgas... äh, Vollgas ab der ersten Sekunde, glasklarer Sound, und 1000 Leute, die fast alles mitgesungen haben. Sad Man's Tongue (hier ein original Handyvideo von gestern), gewidmet dem verstorbenen Vater vom Sänger, hat mich umgehauen. Auch, weil ich mich da in die Meute gewagt habe und nach drei Minuten zugeben musste, offenbar zu alt dafür zu sein. Ich muss mehr üben. Im Februar kommen Rise Against auf Tour.
Eingestellt von Patrick @ 08:41 2 Kommentare
Freitag, 3. Oktober 2008
Kleine Änderung
Etwa 20 % von euch kommen über Suchmaschinen hierher (in 99% der Fälle ist das Google - ihr Langweiler!). Ich habe jetzt im Blog zwei kleine Änderungen vorgenommen, um zu sehen, ob das funktioniert: Sollte es jemand nicht mehr schaffen, mich über Google zu finden, bitte ich um eine E-Mail. Aber irgendwie fürchte ich, es gilt die Regel "Einmal Google, immer Google". So schnell wird mich die Maschine nicht vergesen.
Eingestellt von Patrick @ 06:44 1 Kommentare
Donnerstag, 2. Oktober 2008
Wie ich einmal fast Queen interviewt hätte
... es dann aber doch nicht durfte, weil ein PR-Fuzzi mehr versprochen hat, als er halten konnte:
Am Mittwoch kam das Angebot in die Redaktion geflattert, wir könnten am Sonntag exklusiv ein Interview mit Brian May und Roger Taylor von Queen sowie deren neuem Sänger Paul Rodgers machen. Dauer: eine knappe Stunde, Ort: Hamburg. Und weil die geeigneten und fähigen Autoren alle keine Zeit hatten, sollte ich das machen. Es wäre zu schön gewesen: Vor ein paar Jahren mit Interviews mit Kölner Garagenbands gestartet, jetzt bei einer der größten Bands aller Zeiten gelandet. Mir ist mal ordentlich der A... auf Grundeis gegangen.
Es folgten Recherche im Archiv, in aktuellen Interviews, eine Expressbestellung der neuen Queen-CD, eine mehrstündige Vorbereitung und Besprechung der Fragen und Themen - und dann heute um 17:30 Uhr die Absage. Der PR-Mann hat wohl doch keinen so guten Draht zum Management, wie er behauptet hat. Der Vollidiot. Der schuldet mir was.
Eingestellt von Patrick @ 20:58 0 Kommentare
Freitag, 26. September 2008
Ich und Carla
Redakteur: "Was machst du nächsten Samstag?"
Ich: "Da bin ich in Köln."
Redakteur: "Falsche Richtung. Willst du nicht lieber nach Nürnberg? Da ist Wetten dass...? - und du sollst da Carla Bruni interviewen.
Ich: "Nee, lass' ma."
War das dumm von mir?
Eingestellt von Patrick @ 07:14 0 Kommentare
Dienstag, 23. September 2008
Together we stand ...
... divided we fall. Oder besser: fail. Da stehen der 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt gemeinsam im Elendsviertel der Bundesliga, und dann blamieren sich beide auch noch am selben Tag im DFB-Pokal. Ich habe die leise Befürchtung, dass beide auch im nächsten Jahr nebeneinander stehen werden: in Liga 2. Erträglicher wird es dadurch nicht, aber wenigstens bin ich derzeit kein Stück weniger angreifbar als die Alt-Frankfurter.
Eingestellt von Patrick @ 21:00 0 Kommentare
Samstag, 20. September 2008
Besser geht's nicht

The Daily Show mit Jon Stuart wollte ich euch an dieser Stelle schon längst ans Herz gelegt haben. Die letzte Episode ist kein ganz schlechter Anlass: Stuart gehört zur Letterman-Leno-Kategorie, ist lustig-links einzuordnen und seine Show ist immer dann am besten, wenn sie zeigt, wie oft sich die US-Präsidentschaftskandidaten oder deren Gefolgschaft ver- oder widersprechen. Oder wenn sie aufdeckt, was für absurdes Zeug US-Journalisten von sich geben. Das Beste: Das alles gibt's in voller Länge im Internet. Allerdings nur auf Englisch.
In dieser Folge ist übrigens Tony Blair der Stargast, und Stuart bringt es fertig, ihm in einem einzigen, sehr beeindruckenden Satz zu sagen, warum die amerikanisch-britische Invasion im Irak als Reaktion auf 9/11 eine sehr schlechte Idee war.
So viel zum Thema Politik, das war das Wort zum Sonntag.
Eingestellt von Patrick @ 12:00 0 Kommentare
Mittwoch, 17. September 2008
Recherche-Übung
Mittwoch, 23.15 Uhr. Habe gerade Scrubs gesehen. Mittendrin und zum Schluss lief ein sehr schöner Song im Hintergrund. Aufgabe: Finde heraus, welcher Song das war. Hilfestellung: Kein Künstlername, kein Textfetzen, nur die Handlung der Scrubs-Folge.
1. Schritt: Scrubs googeln, auf den englischen Wikipedia-Eintrag gehen.
2. Dort steht gaaanz unten ein Link auf das Scrubs Wiki. Draufklicken.
3. Dort unter Episodes erstmal die Staffel schätzen. Die Folge war neu, es muss eine der letzten Staffeln sein. 8 läuft noch nicht, also 7.
4. Dort stehen rechts die Namen der Episoden. In der Folge ging es auch um den neuen Ökotick des Hausmeisters. Es muss sich um die Folge "My Inconvenient Truth" handeln, benannt nach dem Al-Gore-Öko-Film. Draufklicken.
5. Dort unter Musik nachsehen: Tschaikowsky kommt nicht in Frage, also müssen es Trik Turner mit dem Song Friends & Family sein.
6. Trik Turner googeln, auf deren MySpace-Seite gehen. Im Player Friends & Family anhören.
7. Glücklich seufzen. Schöööönes Lied. Ich liebe das Internet.
Eingestellt von Patrick @ 21:56 0 Kommentare
Dienstag, 16. September 2008
Du gegen den Dino
Kleiner Überlebenstest (basiert alles auf streng wissenschaftlichen ... äh... also, so Sachen halt):
I could survive for 1 minute, 3 seconds chained to a bunk bed with a velociraptor
Created by Bunk Beds Pedia
Eingestellt von Patrick @ 19:39 0 Kommentare
Mittwoch, 10. September 2008
Von wegen Topjournalist
Als ich heute gefragt wurde, ob ich Erfahrung mit großen Interviews (sprich lange Gespräche mit berühmten Menschen) habe, musste ich ehrlicherweise verneinen. Schade, sagte mein Chef, dann kann ich Sie leider nicht am Montag nach Berlin schicken, um Ben Stiller zu interviewen. Der gilt nämlich als schwierig und würde einfach gehen, wenn man ihm doofe Fragen stellt.
Tja, offenbar traut man mir doch noch nicht alles zu. Hätte das schon gerne mal erlebt, den ganzen Rummel um einen Schauspieler, der an einem Tag 10 Interviews in seinem Hotelzimmer geben muss. Das nächste Mal lüge ich meinen Chef einfach an.
Eingestellt von Patrick @ 18:56 0 Kommentare
Sonntag, 7. September 2008
Sad aris namzchwari
... ist Georgisch und bedeutet "Wo ist der Kuchen?" Sagt Natalie jedenfalls. Wir sind auf einer georgisch-italienischen Hochzeit eingeladen, und ich wollte den wichtigsten aller Sätze in ihrer Sprache lernen. Vermutlich bedeutet es sowas wie "Lang lebe die russische Föderation", aber das werde ich dann ja merken. Eine Frage bleibt: Ist die Lautfolge "mzchw" eigentlich mit den Genfer Konventionen vereinbar?
Wir waren am Donnerstag in Hamburg. Schöne Stadt, immer noch. Könnte mir weiterhin gut vorstellen, da hinzuziehen. Vielleicht kommt die Zeitung ja mit, ich frag mal den Chefredakteur.
So, jetzt gehe ich zum ersten Handballspiel der Saison. Wir, die TG Sachsenhausen 04, gegen die SG Nied, einen Bezirksoberligisten. Das gibt Haue, fürchte ich. Aber mein Blog ist ja passend benannt. "Was für Nervenstraenge soll'n das denn sein, und wer wischt das Blut weg?" Geschrieben von ein paar Hamburgern, womit sich der Kreis wieder schließt.
Update: Haue gab's wie erwartet, aber eher sportlicher Natur. Wir haben verloren und sind damit in der ersten Pokalrunde rausgeflogen. Und das, obwohl ich in der allerallerallerletzten Sekunde des Spiels nochmal auf ein knappes 18:30 verkürzen konnte - was mich heute einen Kasten Bier beim Training kostet.
Eingestellt von Patrick @ 13:10 0 Kommentare
Dienstag, 26. August 2008
Mathcore
Manchmal überrascht mich meine eigene Zeitung doch noch. Der heutige Aufmacher auf der Seite mit den Kulturterminen: Meshuggah spielen in Wiesbaden. Geschrieben von einem sympathischen Kollegen aus der Lokalredaktion, schätzungsweise Mitte 40, mit Denkerstirn und Hemd in der Hose. Also einer, den ich musikalisch eher in die Ecke Heinz Rudolf Kunze gesteckt hätte. Stattdessen parliert der Mann so selbstverständlich über Mathcore und Polyrhythmik, als sei's eine Presseerklärung des Stadtdezernenten für Umweltfragen.
Vielleicht hat er's aber auch alles zusammengegoogelt. Ich frag ihn bei Gelegenheit. In jedem Fall bemerkenswert: Schwedische Freak-Metalbands als Aufmacher in der FR, und das auch noch eine ganze Woche vor dem eigentlichen Konzert. Sommerloch, ick hör dir trapsen.
Eingestellt von Patrick @ 20:55 0 Kommentare
Sonntag, 24. August 2008
Wieder da

Immerhin, Frankfurt grüßt mich mit einer schönen Aussicht aus meinem Fensterchen. Trotzdem hab ich schon wieder Fernweh.
Eingestellt von Patrick @ 19:35 0 Kommentare
Freitag, 22. August 2008
Von Bateman zu Batman
Gestern war Batman in Siegburg. Ich war auch da. Also für alle, die noch nicht sicher sind, ob sie sich den "Dark Knight" ansehen sollen: Der Film nagelt dich in den Kinosessel wie kein zweiter. "Wuchtig" war das erste Wort, das mir nach den 153 Minuten in den Sinn kam. Laut, düster, böse waren die nächsten.
Großartig ist natürlich der Charakter des Jokers, der pures Chaos, die Abwesenheit jeglicher Moral, die Umkehrung aller Regeln darstellt. Dagegen steht als ordnende Kraft ein Christian Bale als Batman, der noch immer ein Stück BATEman aus "American Psycho" in sich trägt. So ganz ohne Schatten ist der Superheld jedenfalls nicht, und das ist der Grund, warum der Mann im Fledermauskostüm nicht lächerlich aussieht.
Toller Film, trotz des Hypes und einiger kleiner Ungereimtheiten.
Eingestellt von Patrick @ 19:23 0 Kommentare
Montag, 18. August 2008
Scheissjob
Letzter kompletter Tag in Irland. Wir sind in Trim, einem 1600-Seelen-Dorf 50 km nordwestlich von Dublin. Nachdem das ganze Land im Regen versinkt, hatten wir hier zwischendurch mal ein paar Sonnenminuten, in denen wir die mittelalterliche Burg besichtigt haben, die groesste normannische Anlage in Irland.
Der Tour Guide, der uns in den Turm gefuehrt hat, konnte mit ein paar schoenen Geschichten beeindrucken. Teile von "Braveheart" wurden hier gefilmt, Trim war mal die Exekutionshauptstadt des Landes (das sollte auf dem Ortsschild stehen, finde ich), und dann noch die Story vom "Gong Farmer". Dessen Job war es im Mittelalter, die Jauchegrube bzw. den Jaucheturm der Burg zu leeren. Doch er hatte auch eine andere, sehr wichtige Aufgabe: Toiletten waren meist Loecher in der Turmwand, an denen die ganze Scheisse herunterlief, wenn der Hausherr oben undsoweiter. Hatte sich hoher Besuch angekuendigt, musste der Gong Farmer in den Jaucheturm steigen, in dem die Verdauungsendprodukte der Burgbewohner gesammelt wurden, und die besten Stuecke heraussuchen. Je dunkler, desto gesuender. Sie wurden dann aussen an die Burgwand geschmiert, damit der Besuch frueh sehen konnte, wie gesund und ausgewogen sich der Gastgeber ernaehrte. Heute stellen sich die Menschen einen Benz vor die Tuer, frueher sahen Statussymbole etwas anders aus.
Morgen nachmittag sind wir wieder in Deutschland, wenn wir morgens auf dem Weg zum Flughafen nicht ertrinken sollten. In Irland stehen mittlerweile so viele Strassen und Orte unter Wasser, dass ich ebenso gut ein U-Boot haette mieten koennen. Also tanzt einen Sonnentanz fuer uns, wir brauchen Waerme!
Eingestellt von Patrick @ 19:53 0 Kommentare
Samstag, 16. August 2008
Am Abgrund
Die Iren haben zwei Probleme: Das Wetter und ihre Strassen. Beides abenteuerlich. Haarnadelkurven, links ein kleinwagengrosses Schlagloch, rechts zwei Wanderer, dazu Gegenverkehr vom Wohnmobil. Das Ganze heisst National-, also Bundesstrasse, und da ist Tempo 100 erlaubt. In Gegenden, wo alles ueber Tempo 50 lebensgefaehrlich ist. Dazu immerwaehrender, lebenswillenraubender Regen, der das gruene Land in ein ewiges Grau taucht. Kein Wunder, dass die Iren so grosse Saeufer hervorgebracht haben.
Aber es gibt immer ein Aber. Unseres waren zwei ganz grosse Tage, mit Sonne und Abenteuer. Erst sind wir den Ring of Kerry entlanggefahren, mit Fabian aus Emmendingen im Gepaeck. Wenn man da ein paar Huegel weiter geht als die grossen Tourimassen, wird's richtig toll.
Und heute sind Natalie und ich kilometerweit am Rand der Cliffs of Moher entlangbalanciert. Unser erster Versuch gestern endete komplett durchnaesst auf einer Wiese voller Kuhfladen, weit von den Klippen entfernt. Das kommt davon, wenn man glaubt, sich die 8 Euro Parkgebuehren am Visitor Center sparen zu koennen. Heute als der 2. Versuch, mit Gebuehren. Dafuer sind wir zuegig am Schild "Bittebittebitte hier nicht weitergehen" vorbeigegangen und haben uns bei Sonnenschein und heftigen Windstoessen auf dem matschigen Rand etwa 3 Kilometer vom Visitor Center entfernt. Die Aussichten auf den 200-Meter-Abgrund waren gigantisch, die Aufregung auch. Die Bilder werden's hoffentlich zeigen, wenn ich sie hochgeladen habe.
Danach die nervenzerfetzende Fahrt nach Galway, wegen der oben erwaehnten Strassen, dazu Regen, Regen, Regen und schliesslich Verkehrchaos in der Stadt. Beruhigt hat mich da nur noch das Lidl-Zeichen in der Naehe des Hostels.
Eingestellt von Patrick @ 20:03 0 Kommentare
Dienstag, 12. August 2008
Drink Canada Dry
Erstmal nur kurz: Dublin war schoen, besonders die Pub-Tour mit 2 Schauspielern, die uns Kneipen gezeigt haben, in denen die grossen Literaten der Stadt gesoffen haben: Oscar Wilde, Samuel Beckett, Brendan Behan u.a. Dazu gab's Anekdoten ueber ihre Trinkgewohnheiten (Behan: "I'm a drinker with a writing problem"). Anschliessend wilde Geschichten von einem Barkeeper, der angeblich als Tourmanager mit den Dubliners durch Deutschland gezogen ist. Mehr zu all dem - inklusive der Ueberschrift dieses Posts - bei naechster Gelegenheit.
Heute sind wir einmal quer durchs Land gefahren, nach Killarney. Linksverkehr war kein Problem, bin nur einmal kurz auf die falsche Faehrte geraten. Morgen erledigen wir den Ring of Kerry. Danach sehen wir weiter.
Ach ja: Es regnet. Jeden Tag. Das Empfangsmaedel in unseren Hostel hier meinte, es haette in diesem Jahr bislang nur einen schoenen Tag gegeben, Anfang Juli. Schoen im Sinne von Kein Regen, 15 Grad.
Eingestellt von Patrick @ 18:52 0 Kommentare
Donnerstag, 7. August 2008
Hitzefrei!
Uuuuuuuuuuuuurlaub!!! Endlich raus aus dieser stickigen, stinkigen Stadt. Am Samstag geht's ab nach Dublin. Und die Aussichten sind herrlich:
Ganz im Ernst: Wer wochenlang im Dachgeschoss einer Südseiten-Wohnung vor sich hinschwitzen musste, freut sich auf 20 Grad und ein paar Regenwolken. Ich werde versuchen, mich von unterwegs zu melden. Wer noch irgendwelche Irlandtipps abseits von Brauerei- und Destillerie-Besuchen hat, darf mir gerne schreiben.
Eingestellt von Patrick @ 12:21 0 Kommentare
Sonntag, 3. August 2008
Pimp my Bobbycar
In den letzten Wochen hat es einige herausragend alberne Sportveranstaltungen in Deutschland gegeben: ein Steckenpferd-Polo-Turnier in Frankfurt, die Wattolympiade irgendwo im Norden - und jetzt die 6. inoffizielle Bobbycar-WM im Kölner Beethovenpark.
Es war mehr als ein Haufen Bekloppter, die sich in Bobbycars einen 30 Meter hohen Hügel hinabstürzen. Es waren totenkopfgeschmückte, stahlverstärkte Pimp-my-Bobbycar-Mobile, es war eine High-End-Racing-Lichtschrankenzeitmessanlage, es waren Eltern, die ihre Mittzwanziger-Kinder mit Begeisterung begleiteten und teilweise selbst fuhren. Und es war ziemlich viel Bier im Spiel. Ein Heidenspaß war's sowieso.
Nennswerte Unfälle haben wir nicht gesehen, nicht einmal bei den mörderischen Zweipersonenbobbycars mit Anhänger, die eine beängstigende Geschwindigkeit auf dem Grashügel erreichten.
Irgendwie muss man aus solchen Veranstaltungen mehr machen. Das schreit einfach nach Reportage. Schreibt mir, wenn ihr ähnlich bescheuerte Veranstaltungen kennt.
Eingestellt von Patrick @ 21:35 0 Kommentare
Montag, 21. Juli 2008
Schöner Scheitern (Update)
Heute morgen gegen halb elf hatte jemand in der Redaktion eine dumme Idee. Irgendjemand sollte einen Leitartikel zur Klage von Facebook gegen StudiVZ schreiben. In der Wirtschaft wollte niemand, also fragte man die Onliner. Weil von den beiden abwesenden Redakteuren niemand die Hand hob, tat ich es. Alle waren froh und dankbar und sprachen mir Mut zu. Ich bekam dreieinhalb Stunden Zeit für die erste Version.
Um es kurz zu machen: Leitartikel sind scheiße schwer zu schreiben. Sie sind eine Anmaßung. Der Versuch, die ganze Welt in 4200 Zeichen zu erklären. In den letzten 24 Jahren hat es genau ein Volontär geschafft, einen Leitartikel in der FR zu veröffentlichen. Natürlich bin ich grandios gescheitert. Mit der ersten Version war ich selbst nicht zufrieden. 30 Minuten später war die zweite fertig - gezwungenermaßen. Leider war sie kein Leitartikel. Noch 45 Minuten bis zum Abgabeschluss der kompletten Seite. Die Idee des Meinungsressorts: Ich sollte eine Analyse draus machen, denn das war der Text fast schon. Die bisherige Analyse durfte eine arme Sau von Redakteur innnerhalb kürzester Zeit zum Leitartikel umdichten.
35 Minuten später gab ich die Analyse ab. Blieben zehn Minuten für Überschrift, Kürzen und Korrigieren. Die Seite hatte am Ende etwa acht Minuten Verspätung, was verdammt nah dran ist am Super-GAU: Dem Druck einer halbfertigen Seite.
Zum Trost bekam ich Sätze wie "Für den ersten Leitartikel braucht man ein Wochenende" um die Ohren gehauen. Aufnahmefähig war ich zu dem Zeitpunkt aber eh nicht mehr. Jetzt erwarte ich, morgen vom Wirtschaftschef und vom Textchef den Kopf gewaschen zu bekommen für meine These und Erklärung der Facebook-Klage.
Die Analyse stand ein paar Stunden ganz oben auf der Startseite von fr-online.de. Mit einem Schwarz-Weiß-Bild von mir, weil wir das bei Kommentaren und Analysen immer so machen. Meine Freundin hat's gesehen und spontan gedacht, ich sei bei der Ausübung meines Berufes gestorben. Das allerdings hat in den letzten 24 Jahren noch kein einziger Volontär der FR geschafft.
Nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, wird mir eines klar: Gut, dass wir nur eine Zeitung machen und nicht etwa Ärzte sind. Angenommen, ich wäre Chirurg. Dann hätte es geheißen: "Operieren Sie mal den Patienten von Zimmer 12 am Herzen - Sie haben vier Stunden Zeit." Nach vier Stunden hätte ich gemeldet: "Bin fertig, aber es ist leider keine Herz-OP geworden. Aber als Blinddarm-OP war's ganz o.k." Dann hätte der Chef gesagt: "Kein Problem, dann operiert der Kollege den Blinddarm-Patienten von Zimmer 11 eben am Herzen, er hat ja noch eine halbe Stunde."
Eingestellt von Patrick @ 22:35 0 Kommentare
Donnerstag, 17. Juli 2008
Frankfurt ist ...
... wenn du im Bahnhofsviertel Vivaldi aus dem zweiten Stock hörst, während du auf dem Gehweg über einen Sperrmüllhaufen steigst, der nach einem Ozean aus Pisse stinkt.
Fortsetzung folgt bestimmt.
Eingestellt von Patrick @ 12:18 1 Kommentare
Dienstag, 8. Juli 2008
Analyse
O.k., wer von euch hat von St. Petersburg aus mein Blog gelesen? Und wer von euch war in den letzten Wochen in Oslo? Aus beiden Städten und einigen anderen exotischen Orten (Brandenburg zum Beispiel) verzeichnet Google Analytics nämlich Zugriffe auf diese Seite. Nur damit das klar ist: Ich sehe alles! Wie viele Besucher, wie oft, wie lange, mit welchem Browser, von wo und mit welcher Verbindungsart - wird alles protokolliert. Big Brother ist googeling you!
Aus Köln kommen übrigens die meisten Zugriffe, was ja auch im Sinne des Erfinders ist. Aber warum liest mich jemand aus Schwetzingen? Wo zum Teufel liegt das überhaupt?!
UPDATE: Ich will nicht verschweigen, dass das Tracking-Tool in der Kritik steht.
Eingestellt von Patrick @ 17:13 0 Kommentare
Montag, 7. Juli 2008
Embedded

Ich mag Flughäfen in der Morgendämmerung, wenn noch alles leer ist und die Flugzeuge noch in Laternenlicht getaucht werden. Wenn nur das mörderfrühe Aufstehen nicht wäre. Um es kurz zu machen: Ich war um 4.30 Uhr am Frankfurter Flughafen, um 10 Uhr Ortszeit in Heraklion auf Kreta, wo ich allerdings nicht mal die Treppe am Flieger verlassen konnte, und um 13 Uhr war ich zurück am Frankfurter Flughafen. Dazwischen durfte ich den Flugbegleitern in der Miniküche über die Schultern schauen und dem Piloten auch. Für einen 12-Jährigen wär's wahrscheinlich ein Traum gewesen: Im Cockpit umsehen und um einen herum lauter junge Frauen in Uniform. Dazu die Anstandsdame von der Fluggesellschaft, die aufgepasst hat, dass ich keine falschen Fragen stelle oder falsche Knöpfe in der Küche drücke. Sowas nennt man wohl "embedded journalism". Wie im Irak, nur ohne Bomben.
A propos bed: Ich hab Jetlag, ich muss jetzt schlafen.
Eingestellt von Patrick @ 21:23 0 Kommentare
Sonntag, 6. Juli 2008
Passierte Tomaten
Dass es Lebensmittel auch in der Passivform gibt, hat Ex-Titanic-Chefredakteur Hans Zippert am Samstag in einem wundervollen Text aus seinem neuen Buch erklärt: Seit er weiß, dass Tomaten passieren können, glaubt er an ganze Regale mit Passivlebensmitteln im Supermarkt der Zukunft: Neben den Tomaten stehen dann "geriebener Käse oder - für die Diätwilligen - gewesene Nuss-Nougatschokolade in der leeren 100g-Packung."
Vorgetragen hat Zippert das bei "Stoffel", der vierwöchigen Veranstaltung "Stalburgtheater Offen Luft". Dabei treten jeden Abend zwei Künstler auf einer kleinen Bühne im Günthersburgpark von Frankfurt auf. Hinterher werden Spenden gesammelt, ansonsten ist es für umsonst. Das Volk sitzt auf seinen Picknickdecken, die Bratwurst brät ein stadtbekannter Schriftsteller, und wenn die Sonne scheint, ist alles gut. Endlich mal was, das Frankfurt sympathisch macht.
Was Frankfurt alles unsympathisch macht, stand 2006 mal in der "taz". Deren Online-Archiv reicht leider nicht so lange zurück, also gibt's den Text, den uns Jürgen Roth am Samstag vor dem Zippert-Auftritt vorgelesen hat, eben hier.
Eingestellt von Patrick @ 19:26 0 Kommentare
Donnerstag, 3. Juli 2008
Der kürzeste Urlaub der Welt
Die kommende Woche wird denkwürdig beginnen: Ich fliege für eine Reportage über die Ausbildung von Flugbegleiterinnen nach Kreta und sofort wieder zurück. Die angehenden Saftschubsen Flugbegleiterinnen haben ihren ersten Einsatz unter normalen Arbeitsbedingungen, was für eine Reportage natürlich perfekt ist. Dass ich die abgefahrenste Mittagspause meines Lebens in Heraklion einlegen werde, ist das Sahnehäubchen. Für einen Kurztrip an den Strand wird es nicht reichen, aber wenigstens kann ich dann sagen, dass ich schon mal auf Kreta war. Wenn auch nur für ein paar Minuten.
Einziger Nachteil: Check-In in Frankfurt ist Montagmorgen um 4.15 Uhr.
Eingestellt von Patrick @ 15:01 0 Kommentare
Montag, 30. Juni 2008
Ganz mieser Tag
Ich bin maßlos enttäuscht. Vom verlorenen Finale und der deutschen Mannschaft natürlich. Und überhaupt vom ganzen Tag. Dabei hatte das Wochenende so gut angefangen. Am Samstag diese wohl nicht ganz offizielle Party an der Südbrücke in Köln-Poll, UFOs am Himmel, Schokoplätzchen aus der DDR und große Pläne für den nächsten Tag.
Die Kölnarena sollte es sein. Wenn schon, denn schon. Also standen wir um 16 Uhr an der Arena, wo schon einige Tausend Kids warteten. Durch die erste Kontrolle sind alle durchgelassen worden, doch dann passierte einerseits nichts mehr: Alle Türen in die Halle blieben zu, ein Ordner sagte was von "viel zu wenig Personal". Andererseits tröpfelten von irgendwo immer mehr Menschen nach innen, bis es um kurz vor 18 Uhr plötzlich hieß, die Kölnarena sei voll und alle anderen müssten gehen. Skandalöse Organisation, und natürlich kein Wort davon in der Presse. A propos: Mein Presseausweis hätte mir auch nichts genützt. Ich wäre damit zwar reingekommen, aber Natalie nicht. Weil der Ordner so ein Arschloch überaus korrekt war.
Also sind wir in die Cocktailbar "La Bamba" auf der Moltkestraße gegangen, wo die Bedienung so überfordert war wie Christoph Metzelder auf dem Platz und die Stimmung so mies wie ... naja, wohl überall.
Gut, dass es vorbei ist.
Eingestellt von Patrick @ 14:41 0 Kommentare
Dienstag, 24. Juni 2008
Hackerangriff auf Kaffeemaschinen
Es wäre der Super-GAU, der Größte Anzunehmende Unsinn: Der Branchendienst heise.de meldet, dass es australischen IT-Sicherheitsspezialisten gelungen ist, eine Kaffeemaschine zu hacken.
Ein spezielles, allerdings noch nicht im Handel erhältliches Modul sorgt dafür, dass Kaffeemaschinen ans Internet angeschlossen werden können. Sinn der Sache ist es, eine Wartung durch Servicetechniker aus der Ferne zu ermöglichen. Dieses Modul bzw. die dazugehörige Software, die auf dem angeschlossenen PC laufen muss, sei derart anfällig für Attacken, dass es Hackern möglich wäre, die Einstellung der Kaffeemaschine zu verändern und dafür zu sorgen, dass ungenießbare Brühe herauskommt.
Was kommt als nächstes? Elektrische Rasierer, die - virusverseucht - Haare ausspucken statt abzuschneiden? Gehackte Kühlschränke, die Lebensmittel verbrennen statt zu kühlen?
Eingestellt von Patrick @ 09:42 0 Kommentare
Sonntag, 22. Juni 2008
So, jetzt auch mit Überschrift
Eine Woche offline. Kaum zu glauben, wie leicht das war. Gut, wenn es nur zwei Internetcafés mit exorbitanten Preisen in Oberstdorf gibt, dann bleibt einem auch kaum etwas anderes übrig als Netzabstinenz. Aber wir hatten eh besseres zu tun: Regen-Wanderung zum Kanzelwandhaus (1520 Meter ü. N.N.,), Querung des Älpelesattels plus Extratour (ca. 1800 Meter), Gipfelsturm auf das Nebelhorn (2224 Meter). Das waren bis zu 24 km am Tag, steile Anstiege nahe an der Kotzgrenze, rutschige Abstiege nahe der Umkehrgrenze, vor allem wegen Schnee im Juni, und stundenlang waren keine menschlich erzeugten Geräusche zu hören. Ich fand's toll.


Am kommenden WE möchte ich gerne in Köln Europameister werden. Wer hat denn schon Public- oder sonstige Viewing-Pläne für's Finale?
Eingestellt von Patrick @ 18:56 0 Kommentare
Freitag, 13. Juni 2008
Offline, wie geht das nochmal?
Morgen ist Urlaub. Und ich hab ihn sowas von nötig. Die Wetteraussichten für das Allgäu sind zwar eher mies, aber ich freu mich trotzdem auf die Berge, die Luft, das Offline-Leben. Wenn ich zurück komme, habe ich vielleicht auch wieder genug Energie, hier öfter als einmal alle 10 Tage was reinzuschreiben.
Eingestellt von Patrick @ 11:59 0 Kommentare
Montag, 9. Juni 2008
Wunderlich
Einerseits bin ich meinem Mit-Volo Sebastian dankbar, dass er mich mitgenommen hat zum Deutschlandgucken, im Garten seines Kumpels, mit Beamer und Leinwand und Grill. War eine sehr nette Veranstaltung. Andererseits hätte er mir auch vorher sagen können, wer noch so da sein würde. Ich sag also Hallo, auch zu der Frau mit der dicken Kniebandage. "Hallo, ich bin Pia", sagt sie. Ich frage sie höflich, was sie gemacht hat. "Kreuzbandriss", sagt sie. Ich: "Ach was, wobei ist es passiert?" "Beim Fußballspielen", sagt sie. Ich: "Ach was, Scheiße." Irgendwo im Hinterkopf rattert was, irgendwas mit Frauen, Fußball, Frankfurt, Pia. Aber ich mache weiter mit Smalltalk und oute mich damit als komplett ahnungslos.
Zwei Minuten später raunt Sebastian mir zu, wie Pia mit Nachnamen heißt: Wunderlich. Weltmeisterin, dreifache Europameisterin, dreifache UEFA-Cup-Siegern, fünffache Deutsche Meisterin (der sechste Titel steht kurz bevor) und siebenfache Pokalsiegerin. Es gibt selbst in Frankfurt nicht viele Fußballerinnen, die noch erfolgreicher und bekannter sind als sie. Gut, dass sie nicht weiß, dass ich gelernter Sportjournalist bin.
Eingestellt von Patrick @ 08:07 3 Kommentare
Sonntag, 1. Juni 2008
Zufälle
Frankfurt hat 667.000 Einwohner. Und wer hat mich am Freitag in den Westerwald gekarrt? Eine junge Dame, die zwei Jahre im selben Haus gewohnt hat wie ich jetzt. Und die bei der PR-Agentur arbeitet, die "meinen" Treppenlauf organisiert hat. Und die immer nur 100 Meter von meiner Wohnung entfernt parkt, weil sie an der Konstablerwache in der City wohnt, wo es keine Parkplätze gibt. Belangloser, aber schöner Zufall.
Eingestellt von Patrick @ 22:23 0 Kommentare
Freitag, 23. Mai 2008
Hamm, sweet Hamm
Der letzte Abend im Online-Seminar in Hamm. Bis halb zehn lustige Podcasts zusammengeschraubt, dann Youtube-Party mit Beamer und Lautsprecher. Jeder sucht seine Lieblings-Musikvideos und wirft sie an die Wand. Da rockt sogar der Prof. Irgendwann nach elf findet jemand ein Karaoke-Video von "I'm a believer" und die Volos singen los. Der Hit des Abends war aber das hier:
Irgendwie fanden das alle gut. Deshalb lief es drei Mal. Bis halb zwei haben wir die westfälische Prärie beschallt. Das war mehr Rock'n'Roll, als ich in Frankfurt je hatte.
Eingestellt von Patrick @ 17:32 0 Kommentare
Sonntag, 18. Mai 2008
69
Erstmal nur kurz die nackten Zahlen: 10 Minuten, 45 Sekunden. Platz 69 von 238. Puls 160, Laktatwert 14,2 Millimol pro Liter. Der Sieger war in 7:06 oben.
Der vollständige Bericht steht hier. Ist ein bisschen reinredigiert worden, was mir natürlich gegen den Strich geht. Aber das ist halt Autoren-Schicksal.
Eingestellt von Patrick @ 16:46 1 Kommentare
Dienstag, 13. Mai 2008
Probieren geht vor Recherchieren
Heute war meine persönliche Generalprobe für den Treppenlauf am Sonntag. Ich durfte ins Treppenhaus vom Messeturm, begleitet nur von den hämischen Kommentaren der Security-Typen. Wir haben abgemacht, dass sie mich suchen kommen, wenn ich nach einer Stunde nicht zurück sein sollte.
Aber dann kam alles ganz anders. Besser als erwartet. Wenn mich der Sauerstoffmangel nicht völlig verwirrt hat, dann war ich nach 11 Minuten oben. Das wäre sehr respektabel. Wenn ich am Sonntag im Gewühl ein paar Extrameter laufen muss, dann wäre ich mit allem unter 15 Minuten zufrieden. Hauptsache, irgendwer ist langsamer. Oben angekommen hatte ich Puls 160, die Lunge brannte, die Beine waren wackelig. Aber ich hätte es mir schlimmer vorgestellt. Mal sehen, ob ich die große Klappe auch noch am Sonntag um kurz nach 15 Uhr habe. Meine Startzeit ist 14.51 Uhr. Geplante Ankunft: 15.02 Uhr. Am Montag seht ihr dann in der FR, ob's geklappt hat.
Eingestellt von Patrick @ 18:01 0 Kommentare
Dienstag, 6. Mai 2008
Treppenwitz
Ich fürchte, ich habe heute etwas Dummes gemacht. Die FR kündigt morgen (wow, ein Link in die Zukunft) einen Treppenlauf im Frankfurter Messeturm an. Der findet am 18. Mai statt. Und ich hab gesagt, da müssten wir doch jemanden hinschicken, der mitläuft und eine Reportage schreibt. Für unsere Serie "Frankfurt lieben lernen". Der Chef war begeistert. Und dann hab ich mich freiwillig gemeldet.
Vielleicht hätte ich erst ein bisschen recherchieren sollen. Es geht um das dritthöchste Gebäude Europas, 61 Stockwerke, 1344 Treppenstufen. Zum Vergleich: das Empire State Building hat nur 223 Stufen mehr. Es gibt auch nur zwei offizielle Wettbewerbe weltweit, die Frankfurt noch übertreffen. Das ist zum einen jener im Empire State Building, zum Anderen der Taipeh 101 Run up in Taiwan.
Ich weiß ehrlich nicht, ob ich das überlebe. Da steht wohl nicht umsonst in der Ausschreibung, dass auf jedem 10. Stockwerk Mediziner für Notfälle bereit stehen.
Eingestellt von Patrick @ 17:49 2 Kommentare
Montag, 28. April 2008
And the Oscar goes to ...
... Bianca.
Kleiner Kinotipp: "Lars und die Frauen" - witziger und richtig schöner Film über einen extrem introvertierten Typen, der sich eine Latex-Sexpuppe im Internet bestellt und sie fortan als seine Freundin ausgibt. Als die Leute in seiner Stadt merken, dass Lars eigentlich nur furchtbar einsam ist und mit der Puppe tatsächlich eine Beziehung führt, tun sie ebenfalls so, als wäre sie lebendig. Und so wird "Bianca" zum Liebling der Stadt.
Ich prophezeie: Diese Puppe wird irgendeinen Filmpreis für die Beste Nebenrolle bekommen. Einfach, weil es ein PR-Coup für die Jury wäre. Und ein Kommentar zur Schauspielkunst: Was ihr könnt, kann auch eine Puppe. Wetten werden jederzeit angenommen.
Eingestellt von Patrick @ 13:20 0 Kommentare
Dienstag, 22. April 2008
Punkrockitaliener
Bin zurück aus Berlin. Beziehungsweise zurück aus Hamm, Köln, dem Westerwald und Berlin. War ein bisschen viel in letzter Zeit. Aber auch spannend. So wie gestern, mit Laura in Kreuzberg. Wir waren beim Punkrockitaliener und haben Pizza gegessen. "Casolare" hieß der Laden, drinnen lief lärmige Musik, alle hatten Piercings und es gab Pferdefleisch- und Walnusspizza. Und das alles direkt am Kanal und mit vielen schönen Kneipen drumherum. Kann mir jetzt bitte jemand sagen, wo ich sowas in Frankfurt finde? Hat mich verdammt neidisch gemacht.
Laura, war übrigens schön zu sehen, dass du immer noch zwei Jobs hast, nebenbei Solaranlagen baust, Profitaucherin wirst, den zweiten keine-ahnung-wievielten Abendstudiengang ins Auge fasst und trotzdem Zeit für acht Stunden Schlaf pro Nacht hast. Ich werd' den Trick nie verstehen.
Ach ja, warum ich in Berlin war? Um bei einem Seminar zu lernen, wie ich sensible Daten schützen oder sicher auf elektronischen Wegen übermitteln kann. Was ich dabei genau gelernt habe? Dass es nicht geht. Und dass es Leute in solchen Seminaren gibt, die ernsthaft wünschten, sie hätten einen Grund, paranoid zu sein. Warum sich 60-jährige nebenberufliche Journalisten von NSA, BND, Kollegen, Microsoft und Google verfolgt fühlen, muss ich hoffentlich nicht verstehen.
Jedenfalls kann ich jetzt verschlüsselte E-Mails versenden, Dateien unauffindbar machen oder nach US-Verteidigungsministeriumsmaßstäben löschen. Fehlt nur noch ein Grund, sowas zu tun.
Eingestellt von Patrick @ 21:25 3 Kommentare
Sonntag, 13. April 2008
Abenteuer Autobahn
Erst wollte ich mich darüber aufregen, dass ich gerade an jedem Wochenende stundenlang im Zug sitze, um quer durch die Republik zu fahren. Aber wenn ich dann zur Abwechslung mal im Auto sitze, ist es auch nicht besser: Als ich am Samstag Natalies erstes eigenes Auto von meinen Eltern zu ihr in die Wallachei gebracht habe, wäre das beinahe ultimativ ins Auge gegangen. Auf der A3, 50 km vor dem Ziel, ist ein älterer Mann von einer Brücke auf die Fahrbahn gesprungen. Oder gestoßen worden. Jedenfalls lag er da, mitten auf der Autobahn, als ich mit Tempo 140 auf ihn zuraste. Zum Glück habe ich ihn rechtzeitig gesehen und im Gegensatz zu einigen Vorausfahrenden angehalten.
Dann ging alles ganz schnell. Mehrere Leute haben ihn versorgt, er hatte sich wohl die Beine gebrochen und den Kopf angehauen, schien aber nicht lebensgefährlich verletzt zu sein. Aber zwei Dinge gingen mir für den Rest des Tages nicht mehr aus dem Kopf: Erstens hätte ich mir gewünscht, cooler zu sein. Beim Tippen der Notrufnummer habe ich mich vertan, und beim zweiten Versuch bekam ich ein Besetztzeichen, was eigentlich nicht sein sollte. Ich kann ehrlicherweise auch nicht sagen, ob ich, wäre ich der erste oder einzige am Ort des Geschehens gewesen, den Mann gut versorgt hätte. Obwohl ich dazu eigentlich in der Lage sein sollte. Aber meine Reaktionen waren langsam, meine Angst, mich dem Mann zu nähern, größer als angemessen.
Zweitens hätte er vermutlich nur einige Sekunden früher springen oder fallen müssen, und er wäre auf meiner Motorhaube gelandet. Und das wäre dann mit einiger Sicherheit das Ende von uns beiden gewesen.
Andere sollen an diesem Wochenende ja gerockt, gekotzt und Zigaretten gegessen haben. Ich hab nur überlebt.
Eingestellt von Patrick @ 17:52 1 Kommentare
Donnerstag, 3. April 2008
Hamm vs. die Zivilisation
Es ist nicht gerade leicht, etwas Gehaltvolles zu schreiben, wenn drei Meter links von mir Germany’s Next Topmodel läuft. Ich krieg’ nämlich spontan Ohrenkrebs. Aber was soll’s: So sind sie halt, die Volontärinnen von heute. 16 Volos aus halb Deutschland sind wir hier in der Journalisten-Akademie im Schloss Oberwerries. Davon 11 Frauen, die jetzt im einzigen Raum, in dem es eine Internetverbindung gibt, unbedingt Heidi Klum gucken müssen. Das nächste bisschen Zivilisation ist 10 km entfernt und heißt Hamm. Das liegt in Westfalen, was den Begriff Zivilisation natürlich direkt wieder etwas relativiert. Deshalb bleibt uns nicht viel übrig, als ein bisschen fernzusehen, die wenigen Flecken Erde zu suchen, auf denen hier eine Handyverbindung besteht – und Sport zu treiben. Denn der Laden hier gehört dem Landesturnerbund, und der hat eine komplette Turnhalle neben das Schloss gepflanzt.
Ach ja, tagsüber ist Ausbildung zum Topjournalisten. Die dauert noch bis zum 18. April, danach sollte ich mehr oder weniger perfekt sein. Ich meld’ mich, wenn es soweit ist.
Eingestellt von Patrick @ 19:06 0 Kommentare
Sonntag, 16. März 2008
Philip, der traurige Porsche-Fahrer
Freitagabend, Party bei einem Mitvolontär und dessen Freundin, die Lehrerin ist und ihr halbes Kollegium eingeladen hat. Es ist etwa ein Uhr, da steht plötzlich ein schmächtiger, dick bebrillter Hemd-in-die-Hose-Stecker vor Natalie und mir und quatscht uns an: "Seid ihr auch Lehrer?" Wir sagen nein. "Was dann?" Wir erklären es ihm. Und ich frage aus Höflichkeit, was er macht. "Unternehmensberater", verrät er. Damit ist er bei mir endgültig unten durch. Unternehmensberater sind die natürlichen Feinde von FR-Journalisten. Ich verkrieche mich kurz in die Küche.
Als ich zurückkomme, sagt Natalie "Er fährt einen Porsche." Das ist ihm jetzt peinlich, und stammelt was von Firmenwagen. Und dann jammert er los: "Wisst ihr, es ist ganz schön schwierig, so ein Auto zu haben. Alle denken, was ist denn das für ein Schnösel und so. Ich kann damit nicht einfach überall hinfahren." Und so weiter. Der arme, arme Porsche-Fahrer.
Dass Natalie noch ganz trocken sagt "Naja, aber er will damit sicher nichts kompensieren..." hört er nicht mehr. Was gut ist, denn ich kriege fast einen Lachanfall, den ich ihm wirklich nicht erklären will. Als er geht, frage ich ihn noch, wie er eigentlich heißt. Nicht, weil es mich interessiert. Aber weil ich zu dem Zeitpunkt schon weiß, dass ich ihn hier verewigen werde.
Eingestellt von Patrick @ 22:39 0 Kommentare
Montag, 25. Februar 2008
Demonstrationshauptstadt
Nazis, Antifa, Karnevalisten, Anti-Opernballer, Serben, Kosovaren - immer wenn ich am Wochenende in die Frankfurter Innenstadt gehe, demonstriert irgendeine Randgruppe für oder gegen irgendwas. Meistens gegen die vorangegangene Demo der Gegenseite. Wirklich immer.
Die Kosovaren habe ich zugegebenermaßen erst für Eintracht-Frankfurt-Fans gehalten. Irgendwie rot, irgendein Vogelvieh auf der Flagge. Aber weil ihr Gebrabbel und Gebrüll selbst für Fußball-Verhältnisse schwer zu verstehen war, bin ich einfach hinterher gegangen, bis ich viele leute in kosovarischen Trainingsanzügen gesehen habe. Jedenfalls muss Frankfurt die deutsche Demonstrationshauptstadt sein. Aber weil sie sonst nicht viel zu bieten hat, habe ich mich entschlossen, das gut zu finden. So ist wenigstens was los.
Vielleicht sollte ich an dieser Stelle jede Woche ein Bild zeigen, und ihr müsst raten, welche Gruppe da gerade demonstriert. Der Gewinner bekommt ein Blanko-Transparent für eine Demo seiner Wahl.
Eingestellt von Patrick @ 12:39 0 Kommentare
Freitag, 15. Februar 2008
House of God
Der erste Eindruck kann ganz schön täuschen. Die ersten Gestalten, die ich nach meinem Einzug im Haus getroffen habe, hatten fast alle diese Prekariatsaura. Aber jetzt weiß ich: Ich habe ranghohe Nachbarn. Den Ranghöchsten überhaupt.
Gesehen habe ich Gott noch nicht. Wahrscheinlich kümmert er (oder sie) sich die ganze Zeit um Israel. Da ist ja viel zu tun. Aber gut zu wissen, dass er (oder sie) in der Nähe ist - falls mal was passiert.
Eingestellt von Patrick @ 22:55 0 Kommentare
Dienstag, 5. Februar 2008
Helau
Das Volo-Leben hat begonnen. Mit Einzelunterricht in Tarifrecht, Pressegesetz, Reisekostenabrechnung und anderen ähnlich spannenden Themen. Wobei, das mit dem Tarifrecht ist faszinierend. Dass ich Urlaubsgeld bekomme, wusste ich ja. Aber dass Urlaubsgeld ein Zuschlag zum normal weiter ausgezahlten Gehalt ist, hatte mir nie jemand erklärt. Ich dachte immer, man bekommt das niedrigere Urlaubsgeld anstelle des Gehalts, was immer noch besser wäre als die Regelung zu meinen Zeiten als freier Journalist: Wer nicht arbeitet, kriegt auch nix. Jetzt fühle ich mich steinreich und sozial sowas von sicher, als hätte ich einen schützenden Panzer um mich. Oder zumindest dicke Ketten.
Angeblich soll schon übermorgen ein T-Com-Wesen meinen Anschluss freischalten. Aber das glaube ich erst, wenn ich das Freizeichen höre.
Eingestellt von Patrick @ 16:47 0 Kommentare
Sonntag, 27. Januar 2008
Sturmfest und sofaverwachsen
Die letzten Tage in Freiheit. Noch drei Tage lang bin ich ein FM, ein freier Mitarbeiter. Zwischendrin ziehe ich um. Und ab Freitag bin ich Angestellter. Wird eine anstrengende Woche. Aber noch bin ich in Niedersachsen, sturmfest und erdverwachsen, wie es in der Landeshymne heißt. Auch wenn es bei dem Schietwetter "sturmfest und sofaverwachsen" heißen müsste.
Mittwoch also der Umzug. Ich habe eine süße Wohnung im Frankfurter Stadtbezirk Innenstadt gefunden, im 4. Stock, 30 Meter vom Mainufer und 5 Gehminuten von der Redaktion entfernt. 60 Mitbewerber gab es, darunter auch einen Zuhälter, der direkt mit seiner Prostituierten kam, um ihr das Zimmer als Arbeitsplatz zu sichern.
Eine neue Telefonnummer habe ich auch schon. Den zugehörigen Anschluss allerdings noch nicht. Bis Ende Februar bin ich wohl in der Kommunikationssteinzeit gefangen, wenn die Telekom ihrer Linie treu bleibt, vielleicht auch länger. E-Mails werde ich von der Arbeit aus beantworten müssen, das könnte also etwas länger dauern.
Was sonst noch so passiert: Am 1.2. beginnt das Volontariat, und ich freue mich ypsilantihaft. Seit vorgestern habe ich sogar einen eigenen Anzug, zum ersten Mal in meinem Leben. Außerdem werde ich demnächst wieder Handball spielen. Oder es zumindest versuchen. Die TG Sachsenhausen 04 trainiert nämlich 100 Meter von der Redaktion und damit 500 Meter von meiner neuen Wohnung entfernt, und da werde ich mal mittrainieren, um zu sehen, was ich mit einem Handball und meinen Knochen noch anstellen kann. Wenn das zu deprimierend wird, bleibe ich einfach nur sturmfest und erdverwachsen zu Hause vorm Fernseher sitzen.
Eingestellt von Patrick @ 19:57 0 Kommentare
Donnerstag, 17. Januar 2008
Nicht lustig
Die Erde ist eine Scheibe. Onanieren macht blind. Kinder lieben Clowns. Alles Quatsch, alles wissenschaftlich widerlegt. Sogar der letzte Punkt. Denn einer Studie der Universität Sheffield zufolge können Kinder Clowns nicht leiden. Befragt wurden 250 Kinder zwischen vier und 16 Jahren. Alle 250 haben demnach eine tiefe Abneigung gegen die Pappnasen geäußert. Keines fand Clowns lustig, manche fürchten sich sogar vor ihnen.
Nur eines hat die Uni nicht untersucht: Was eigentlich halten Clowns von Kindern? Mein Tipp: 250 von 250 Clowns können Kinder nicht ausstehen oder haben sogar Angst vor ihnen. So habe ich das auch unter den Artikel in der Times geschrieben.
So kurz vor Karneval bleibt nun festzustellen: Clowns sind nicht witzig!
Eingestellt von Patrick @ 07:45 0 Kommentare
Montag, 7. Januar 2008
Das Heavy-Metal-Fachmagazin "Frankfurter Rundschau"
... interviewt heute unter der Überschrift "Kein Tag ohne Heavy Metal" einen Schweden, der aufgrund seiner Musik-Abhängigkeit teilweise arbeitsunfähig geschrieben wurde und nun einen Lohnzuschuss vom Sozialamt bekommt. Und dann schreiben vier Redakteure darunter, warum Hardrock ihr Leben gerettet hat. Das Ergebnis ist erwartungsgemäß lahm. Aber vielleicht braucht ihr ja auch mal einen staatlichen Zuschuss zu eurem Gehalt. Dann plädiert auf Heavy-Metal-Sucht und verweist auf den schwedischen Präzedenzfall. Ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung.
Eingestellt von Patrick @ 18:32 0 Kommentare
Sonntag, 6. Januar 2008
Tschö
Ich fühle mich komisch. Die Pflanze aus meiner Zimmerecke ist weg, das Regal fast leergeräumt, ich sitze auf einem Küchenstuhl vorm Schreibtisch und hake ab, was ich für meinen Umzug alles erledigt habe.
2008 beginnt mit großen Veränderungen. Ich suche bereits nach einer neuen Wohnung, das Volo beginnt in drei Wochen. Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich dann Angestellter. Und zum ersten Mal seit fast einem Jahrzehnt bin ich gezwungen, Anschluss an neue Menschen zu finden. Das Jahr könnte ein spannendes werden. Hoffentlich halten meine Nervenstränge das aus.
Aber erst einmal muss ich mich von Köln verabschieden: Tschö.
Eingestellt von Patrick @ 18:41 0 Kommentare
