Fünf Tage München liegen hinter mir. Und ich muss sagen: Schöne Stadt. Da zerbröseln sie, meine Vorurteile gegenüber allem, was Bayerisch ist. Nagut, nicht ALLEM. Aber der Olympiapark mit Sicht auf die Berge und AC/DC-Fans vor der Halle, die schon um 12 Uhr mittags auf das Konzert am Abend warten, der Englische Garten, nette Kneipen und Cafés - das alles hat schon was. Vor allem, wenn man es von einer erfolgreich assimilierten Niedersachsin gezeigt bekommt, die aus dem selben Dorf kommt wie man selbst und die man seit etwa 20 Jahren kennt, aber seit zwei Jahren nicht mehr gesehen hat. Danke nochmals.
Habe da sogar einen bayerischen Film im Kino gesehen: "Der Architekt". Meine Empfehlung: Nur reingehen, wenn man gerade die Welt scheiße findet und sich danach nicht besser fühlen will.
Sonntag, 29. März 2009
Vorurteile
Eingestellt von Patrick @ 19:10 1 Kommentare
Montag, 23. März 2009
Google belügt Frankfurt
Samstagabend war ich mit einer Freundin in einer Pizzeria verabredet. Auf dem Weg dorthin sah ich sie an der meiner Straßenbahn vorbei gehen und stieg aus, um den Rest des Weges mit ihr zusammen zu gehen. Sie war schon einigermaßen verzweifelt, dass wir immer noch nicht da waren, sagte immer wieder was von "Auf der Karte sah das so nah aus". Insgeheim fragte ich mich, was das für eine Karte war, denn auf meinem Stadtplan war eindeutig zu erkennen, dass wir am östlichen Arsch Frankfurts essen gehen wollten.
Als wir endlich da waren, warteten schon zwei ihrer Kolleginnen, die ebenfalls überrascht waren, soweit draußen gelandet zu sein. Nach und nach trudelten immer mehr Kolleginnen ein, und alle waren vom langen Marsch platt. Sie alle hatten bei Google Maps nach der Adresse geschaut. Und tatsächlich: Google lügt. 
Links die von Google angegebene Adresse, rechts im roten Kringel die echte. Was lernen wir daraus: Never trust Google. Use a Falkplan instead.
Ansonsten war der Abend eher mau. Ich gegen sieben CO2-Verschmutzungszertifikathändlerinnen aus sechs Nationen in einer Pizzeria, in der man sich anschreien musste, weil es so laut war - da war ich chancenlos. Hinterher in einem Club fraß der Kicker meine Münzen und die Musik ein Loch in mein Gehirn. Fazit: Weggehen in Frankfurt ist immer noch verbesserungsfähig.
Eingestellt von Patrick @ 00:04 0 Kommentare
Samstag, 21. März 2009
New World Order
Heute ist mein Ebay-Päckchen mit ca. 500 Trading Cards von "Illuminati - New World Order" angekommen. Jetzt sitze ich auf meinem Bett und wühle mich durch die Karten, die mich zu WG-Zeiten eine Menge Lebenszeit gekostet haben. Ein komplizierteres Spiel als "INWO" dürfte es kaum geben, das Regelwerk ist ein ganzes Buch. Aber was da gerade an nostalgischen Erinnerungen an stundenlange Sessions mit Sebi, Sven und Andi hochkommt, ist schon großartig. Schade, dass ihr alle keine Ahnung habt, wovon ich hier eigentlich rede. Und schade, dass ich keine Möglichkeit sehe, mal wieder eine Runde zu spielen.
Eingestellt von Patrick @ 10:05 0 Kommentare
Montag, 16. März 2009
Warum ich kein Wirtschaftsjournalist werden will
"Fannie Mae (NYSE: FNM) wird den Kapitalbetrag der folgenden Wertpapieremissionen am unten angegebenen Einlösungstermin zu einem Einlösungspreis einlösen, der 100 Prozent der eingelösten Kapitalsumme zzgl. von darauf bis zum Tag der Einlösung aufgelaufenen Zinsen entspricht"
(Meldung aus dem Agenturticker)
Und kann mir jetzt noch bitte jemand den Vorteil eines nach Streubesitz-Marktkapitalisierung gewichteten Aktienindex gegenüber einem preisgewichteten Index erklären? Bitte?!
Eingestellt von Patrick @ 14:07 0 Kommentare
Mittwoch, 11. März 2009
Das Gläserne Arschloch
In Frankfurt hat ein neues Shopping-Center eröffnet. Weil's architektonisch ... ich sag mal "ungewöhnlich" ist, feiern die Frankfurter das Ding natürlich sofort wieder als Beweis ihrer eigenen Göttlichkeit. Dabei hatte ich, als ich am Samstag zum ersten Mal davorstand, eine ganz andere Assoziation: Das Loch in der Mitte der Glasfront sieht aus wie ... ein Anus. Für mich ist der neue Shoppingtempel von nun an Das Gläserne Arschloch.
Eingestellt von Patrick @ 21:58 0 Kommentare
Sonntag, 8. März 2009
Lektion in Georgisch II
Die Georgier sind schon ein verrücktes Volk. Das durfte ich gestern in Frankenthal und Heidelberg feststellen, wo wir Freunde von Natalie besucht haben, die mir ihre Sprache näher bringen wollten. "Papa" zum Beispiel heißt auf Georgisch "Mama". Dafür heißt "Deda", verniedlicht "Dedi" (ausgesprochen so ähnlich wie "Daddy") so viel wie "Mutter". Und wenn ein Georgier "Papa" sagt, dann meint er Opa. Das einzige, was mich nicht durcheinander gebracht hat, was das georgische Wort für "Mädel": Es lautet "Gogo".
Was nach der Sprachschulung folgte, war ein hitzige, deutsch-georgische Debatte über nationale Identität, Krieg gegen Russland und wofür es sich zu sterben lohnt. Das Fazit meiner Lieblingsgeorgierin: Nationale Identität und Krieg gegen Russland gehören nicht zu den Dingen, für die es sich zu sterben lohnt. Leider waren die restlichen Georgier anderer Meinung.
Eingestellt von Patrick @ 12:35 0 Kommentare
Donnerstag, 5. März 2009
Zum Wegschmeißen
Wieder eine Premiere: ich war heute zum ersten Mal auf der CeBIT. Mehr als 4000 Aussteller, und ich glaube, ich habe alle gesehen, so viel bin ich rumgelaufen (die meiste Zeit orientierungslos). Etwas, das mich richtig begeistert, habe ich nicht gefunden. Ist halt in erster Linie eine Business-Messe. Dafür habe ich ein paar Schmuckstücke der Bedeutungslosigkeit entdeckt:
- Das Fraunhofer Institut für Obstologie hat eine Supermarktwaage entwickelt, die von alleine erkennt, welche Frucht man auf sie legt.
- Panasonic hat das Toughbook entwickelt, ein Notebook zum Wegschmeißen. Es hält Stürze aus bis zu 76 cm Höhe aus, was ziemlich genau einem durchschnittlichen IKEA-Schreibtisch entspricht. Aber wehe, es sind 77 cm!
- Die Hochschue für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim veranstaltet ein Akkuschrauberfahrzeugrennen. Tüftler müssen dafür Fahrzeuge bauen, die mit ein bis zwei Akkuschraubern angetrieben werden, lenkbar sind und auf denen mindestens eine Person fahren kann. Ist das das Elektroauto der Zukunft? ("Schatz, ich muss nochmal Einkaufen. Ich fahr mit dem Akkuschrauber...")
- In der Halle mit den Navigationsgeräten habe ich mir drei oder vier neue Geräte vorführen lassen. Kein einziges hat so funktioniert, wie es sollte.
- Best of Flanders ist keine Simpsons-Folge, sondern ein CeBIT-Werbespruch der belgischen Region Flandern. Wieder was gelernt. 
Eingestellt von Patrick @ 22:56 0 Kommentare
Dienstag, 3. März 2009
In der Kirche
Gestern war ich zum ersten Mal im neuen Haus der Rundschau - der "Kathedrale des Journalismus", wie der Big Boss sagt. Und was soll ich sagen - ich war beeindruckt. Sieht wirklich aus, als wären wir unglaublich fortschrittlich und cool und technophil. Das ungeübte Auge könnte tatsächlich auf die Täuschung hereinfallen. Am besten sind die vier ca. 4x3-Meter-Megaleinwände, auf denen TV und Internetseiten flimmern. Wie ein Ressortleiter während deines Gesprächs mit mir gedankenverloren sagte: "Immer wenn da auf den Bildschirmen was explodiert, bin ich abgelenkt." Gut, dass da nicht Batman läuft.
Eingestellt von Patrick @ 07:27 0 Kommentare
