Die Iren haben zwei Probleme: Das Wetter und ihre Strassen. Beides abenteuerlich. Haarnadelkurven, links ein kleinwagengrosses Schlagloch, rechts zwei Wanderer, dazu Gegenverkehr vom Wohnmobil. Das Ganze heisst National-, also Bundesstrasse, und da ist Tempo 100 erlaubt. In Gegenden, wo alles ueber Tempo 50 lebensgefaehrlich ist. Dazu immerwaehrender, lebenswillenraubender Regen, der das gruene Land in ein ewiges Grau taucht. Kein Wunder, dass die Iren so grosse Saeufer hervorgebracht haben.
Aber es gibt immer ein Aber. Unseres waren zwei ganz grosse Tage, mit Sonne und Abenteuer. Erst sind wir den Ring of Kerry entlanggefahren, mit Fabian aus Emmendingen im Gepaeck. Wenn man da ein paar Huegel weiter geht als die grossen Tourimassen, wird's richtig toll.
Und heute sind Natalie und ich kilometerweit am Rand der Cliffs of Moher entlangbalanciert. Unser erster Versuch gestern endete komplett durchnaesst auf einer Wiese voller Kuhfladen, weit von den Klippen entfernt. Das kommt davon, wenn man glaubt, sich die 8 Euro Parkgebuehren am Visitor Center sparen zu koennen. Heute als der 2. Versuch, mit Gebuehren. Dafuer sind wir zuegig am Schild "Bittebittebitte hier nicht weitergehen" vorbeigegangen und haben uns bei Sonnenschein und heftigen Windstoessen auf dem matschigen Rand etwa 3 Kilometer vom Visitor Center entfernt. Die Aussichten auf den 200-Meter-Abgrund waren gigantisch, die Aufregung auch. Die Bilder werden's hoffentlich zeigen, wenn ich sie hochgeladen habe.
Danach die nervenzerfetzende Fahrt nach Galway, wegen der oben erwaehnten Strassen, dazu Regen, Regen, Regen und schliesslich Verkehrchaos in der Stadt. Beruhigt hat mich da nur noch das Lidl-Zeichen in der Naehe des Hostels.
Samstag, 16. August 2008
Am Abgrund
Eingestellt von Patrick @ 20:03
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