Manchmal überrascht mich meine eigene Zeitung doch noch. Der heutige Aufmacher auf der Seite mit den Kulturterminen: Meshuggah spielen in Wiesbaden. Geschrieben von einem sympathischen Kollegen aus der Lokalredaktion, schätzungsweise Mitte 40, mit Denkerstirn und Hemd in der Hose. Also einer, den ich musikalisch eher in die Ecke Heinz Rudolf Kunze gesteckt hätte. Stattdessen parliert der Mann so selbstverständlich über Mathcore und Polyrhythmik, als sei's eine Presseerklärung des Stadtdezernenten für Umweltfragen.
Vielleicht hat er's aber auch alles zusammengegoogelt. Ich frag ihn bei Gelegenheit. In jedem Fall bemerkenswert: Schwedische Freak-Metalbands als Aufmacher in der FR, und das auch noch eine ganze Woche vor dem eigentlichen Konzert. Sommerloch, ick hör dir trapsen.
Dienstag, 26. August 2008
Mathcore
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Sonntag, 24. August 2008
Wieder da

Immerhin, Frankfurt grüßt mich mit einer schönen Aussicht aus meinem Fensterchen. Trotzdem hab ich schon wieder Fernweh.
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Freitag, 22. August 2008
Von Bateman zu Batman
Gestern war Batman in Siegburg. Ich war auch da. Also für alle, die noch nicht sicher sind, ob sie sich den "Dark Knight" ansehen sollen: Der Film nagelt dich in den Kinosessel wie kein zweiter. "Wuchtig" war das erste Wort, das mir nach den 153 Minuten in den Sinn kam. Laut, düster, böse waren die nächsten.
Großartig ist natürlich der Charakter des Jokers, der pures Chaos, die Abwesenheit jeglicher Moral, die Umkehrung aller Regeln darstellt. Dagegen steht als ordnende Kraft ein Christian Bale als Batman, der noch immer ein Stück BATEman aus "American Psycho" in sich trägt. So ganz ohne Schatten ist der Superheld jedenfalls nicht, und das ist der Grund, warum der Mann im Fledermauskostüm nicht lächerlich aussieht.
Toller Film, trotz des Hypes und einiger kleiner Ungereimtheiten.
Eingestellt von Patrick @ 19:23 0 Kommentare
Montag, 18. August 2008
Scheissjob
Letzter kompletter Tag in Irland. Wir sind in Trim, einem 1600-Seelen-Dorf 50 km nordwestlich von Dublin. Nachdem das ganze Land im Regen versinkt, hatten wir hier zwischendurch mal ein paar Sonnenminuten, in denen wir die mittelalterliche Burg besichtigt haben, die groesste normannische Anlage in Irland.
Der Tour Guide, der uns in den Turm gefuehrt hat, konnte mit ein paar schoenen Geschichten beeindrucken. Teile von "Braveheart" wurden hier gefilmt, Trim war mal die Exekutionshauptstadt des Landes (das sollte auf dem Ortsschild stehen, finde ich), und dann noch die Story vom "Gong Farmer". Dessen Job war es im Mittelalter, die Jauchegrube bzw. den Jaucheturm der Burg zu leeren. Doch er hatte auch eine andere, sehr wichtige Aufgabe: Toiletten waren meist Loecher in der Turmwand, an denen die ganze Scheisse herunterlief, wenn der Hausherr oben undsoweiter. Hatte sich hoher Besuch angekuendigt, musste der Gong Farmer in den Jaucheturm steigen, in dem die Verdauungsendprodukte der Burgbewohner gesammelt wurden, und die besten Stuecke heraussuchen. Je dunkler, desto gesuender. Sie wurden dann aussen an die Burgwand geschmiert, damit der Besuch frueh sehen konnte, wie gesund und ausgewogen sich der Gastgeber ernaehrte. Heute stellen sich die Menschen einen Benz vor die Tuer, frueher sahen Statussymbole etwas anders aus.
Morgen nachmittag sind wir wieder in Deutschland, wenn wir morgens auf dem Weg zum Flughafen nicht ertrinken sollten. In Irland stehen mittlerweile so viele Strassen und Orte unter Wasser, dass ich ebenso gut ein U-Boot haette mieten koennen. Also tanzt einen Sonnentanz fuer uns, wir brauchen Waerme!
Eingestellt von Patrick @ 19:53 0 Kommentare
Samstag, 16. August 2008
Am Abgrund
Die Iren haben zwei Probleme: Das Wetter und ihre Strassen. Beides abenteuerlich. Haarnadelkurven, links ein kleinwagengrosses Schlagloch, rechts zwei Wanderer, dazu Gegenverkehr vom Wohnmobil. Das Ganze heisst National-, also Bundesstrasse, und da ist Tempo 100 erlaubt. In Gegenden, wo alles ueber Tempo 50 lebensgefaehrlich ist. Dazu immerwaehrender, lebenswillenraubender Regen, der das gruene Land in ein ewiges Grau taucht. Kein Wunder, dass die Iren so grosse Saeufer hervorgebracht haben.
Aber es gibt immer ein Aber. Unseres waren zwei ganz grosse Tage, mit Sonne und Abenteuer. Erst sind wir den Ring of Kerry entlanggefahren, mit Fabian aus Emmendingen im Gepaeck. Wenn man da ein paar Huegel weiter geht als die grossen Tourimassen, wird's richtig toll.
Und heute sind Natalie und ich kilometerweit am Rand der Cliffs of Moher entlangbalanciert. Unser erster Versuch gestern endete komplett durchnaesst auf einer Wiese voller Kuhfladen, weit von den Klippen entfernt. Das kommt davon, wenn man glaubt, sich die 8 Euro Parkgebuehren am Visitor Center sparen zu koennen. Heute als der 2. Versuch, mit Gebuehren. Dafuer sind wir zuegig am Schild "Bittebittebitte hier nicht weitergehen" vorbeigegangen und haben uns bei Sonnenschein und heftigen Windstoessen auf dem matschigen Rand etwa 3 Kilometer vom Visitor Center entfernt. Die Aussichten auf den 200-Meter-Abgrund waren gigantisch, die Aufregung auch. Die Bilder werden's hoffentlich zeigen, wenn ich sie hochgeladen habe.
Danach die nervenzerfetzende Fahrt nach Galway, wegen der oben erwaehnten Strassen, dazu Regen, Regen, Regen und schliesslich Verkehrchaos in der Stadt. Beruhigt hat mich da nur noch das Lidl-Zeichen in der Naehe des Hostels.
Eingestellt von Patrick @ 20:03 0 Kommentare
Dienstag, 12. August 2008
Drink Canada Dry
Erstmal nur kurz: Dublin war schoen, besonders die Pub-Tour mit 2 Schauspielern, die uns Kneipen gezeigt haben, in denen die grossen Literaten der Stadt gesoffen haben: Oscar Wilde, Samuel Beckett, Brendan Behan u.a. Dazu gab's Anekdoten ueber ihre Trinkgewohnheiten (Behan: "I'm a drinker with a writing problem"). Anschliessend wilde Geschichten von einem Barkeeper, der angeblich als Tourmanager mit den Dubliners durch Deutschland gezogen ist. Mehr zu all dem - inklusive der Ueberschrift dieses Posts - bei naechster Gelegenheit.
Heute sind wir einmal quer durchs Land gefahren, nach Killarney. Linksverkehr war kein Problem, bin nur einmal kurz auf die falsche Faehrte geraten. Morgen erledigen wir den Ring of Kerry. Danach sehen wir weiter.
Ach ja: Es regnet. Jeden Tag. Das Empfangsmaedel in unseren Hostel hier meinte, es haette in diesem Jahr bislang nur einen schoenen Tag gegeben, Anfang Juli. Schoen im Sinne von Kein Regen, 15 Grad.
Eingestellt von Patrick @ 18:52 0 Kommentare
Donnerstag, 7. August 2008
Hitzefrei!
Uuuuuuuuuuuuurlaub!!! Endlich raus aus dieser stickigen, stinkigen Stadt. Am Samstag geht's ab nach Dublin. Und die Aussichten sind herrlich:
Ganz im Ernst: Wer wochenlang im Dachgeschoss einer Südseiten-Wohnung vor sich hinschwitzen musste, freut sich auf 20 Grad und ein paar Regenwolken. Ich werde versuchen, mich von unterwegs zu melden. Wer noch irgendwelche Irlandtipps abseits von Brauerei- und Destillerie-Besuchen hat, darf mir gerne schreiben.
Eingestellt von Patrick @ 12:21 0 Kommentare
Sonntag, 3. August 2008
Pimp my Bobbycar
In den letzten Wochen hat es einige herausragend alberne Sportveranstaltungen in Deutschland gegeben: ein Steckenpferd-Polo-Turnier in Frankfurt, die Wattolympiade irgendwo im Norden - und jetzt die 6. inoffizielle Bobbycar-WM im Kölner Beethovenpark.
Es war mehr als ein Haufen Bekloppter, die sich in Bobbycars einen 30 Meter hohen Hügel hinabstürzen. Es waren totenkopfgeschmückte, stahlverstärkte Pimp-my-Bobbycar-Mobile, es war eine High-End-Racing-Lichtschrankenzeitmessanlage, es waren Eltern, die ihre Mittzwanziger-Kinder mit Begeisterung begleiteten und teilweise selbst fuhren. Und es war ziemlich viel Bier im Spiel. Ein Heidenspaß war's sowieso.
Nennswerte Unfälle haben wir nicht gesehen, nicht einmal bei den mörderischen Zweipersonenbobbycars mit Anhänger, die eine beängstigende Geschwindigkeit auf dem Grashügel erreichten.
Irgendwie muss man aus solchen Veranstaltungen mehr machen. Das schreit einfach nach Reportage. Schreibt mir, wenn ihr ähnlich bescheuerte Veranstaltungen kennt.
Eingestellt von Patrick @ 21:35 0 Kommentare
