Dienstag, 4. November 2008

Leben retten

In einer Stunde kommen die ersten Ergebnisse aus den USA. In der ARD wiederholen semiprominente Knallchargen schon seit Stunden, was alle seit Monaten wissen. Das reicht nicht, um mich wachzuhalten. Also überleg ich mir solange ein Konzept für einen Artikel, den ich schon seit Tagen vor mir herschiebe:

"Dinge geregelt kriegen ohne einen Funken Selbstdisziplin" heißt ein neues Buch, eine Art Anti-Ratgeber, eine Anleitung zum Untätigsein, eine Prokrastinations-Bibel. Charmant-klugscheißerisch geschrieben von zwei Hauptfiguren der Zentralen Intelligenz Agentur, und erwartungsgemäß zerrissen von der Sudetendeutschen Zeitung.

Ich hab das Thema bei uns vorgeschlagen, aber weil das Buch schon seit einem Monat auf dem Markt ist, ist es für eine Rezension viel zu spät. Also muss ein anderer Ansatz her.

Meine Idee: Ein Selbstversuch. Mal für einen Tag professionell prokrastinieren - und daraus einen Artikel schreiben. Ratschläge befolgen wie "Den perfekten Mord planen, dann aber kurz vor der Ausführung darauf verzichten. Darüber nachdenken, dass Untätigkeit Leben retten kann."

Meine Probleme: Erstens könnte es passieren, dass einer aus der Redaktion schlau genug ist zu erkennen, dass ich fürs Nichtstun bezahlt werden möchte. Zweitens rechne ich damit, dass mindestens einem der Entscheider die Idee zu billig ist und er sie abgelehnt, weil er nicht selbst drauf gekommen ist.

Meine Lösung: Entweder die Idee weiter ausarbeiten und mit viel Elan vorstellen. Oder mich nach dem Buch richten und einfach nichts tun, bis alle vergessen haben, dass wir was zu dem Thema machen wollten.

Keine Kommentare: