Dienstag, 20. Februar 2007

Hands up for Rock and Roll

Schluss mit An- und Wohlstand: Ich will Dreck, mieses Essen und Rock'n'Roll. Mit einem Wort: Ein Festival. (O.k., das waren jetzt zwei Wörter, aber klugscheißen kann ich selbst.)

Als wir am Montagabend bei Julia rumsaßen, kam Sebi auf die grandiose Idee, dieses Jahr mit möglichst vielen Leuten auf ein Festival zu fahren. Weil manche von uns das schon ganz schön lange nicht mehr gemacht haben und weil's einfach großartig wäre. Also hat mich Sebi kurzerhand zum Festival-Beauftragten gemacht, weil er es ja eh nicht gebacken bekommen würde, wie er direkt zugab.

Wie wär's denn mit dem Hurricane, vom 22.-24. Juni in Scheeßel? Bislang bestätigte Bands: Arcade Fire · Beastie Boys · Bloc Party · Die Fantastischen Vier · Fotos · Incubus · Kings Of Leon · Marilyn Manson · Me First and the Gimme Gimmes · Pearl Jam · Sonic Youth · Virginia Jetzt! Weiteres unter hurricane.de

Oder doch Rock am Ring? 1.-3- Juni, also mal nicht an Pfingsten, sondern am WE danach. Mir ist das ja eigentlich immer noch eine Nummer zu groß, aber das Line-Up ist meistens unschlagbar. Bislang bestätigt u.a. Smashing Pumpkins, Korn, Dave Matthews Band, Beatsteaks, Billy Talent, Stone Sour, Slayer. Guckst du hier: RaR

Bei Roskilde steht noch gar nix fest, Rheinkultur zählt wegen Eintagigkeit nicht, Full Force ist wohl nicht massenkompatibel und das Dynamo gibt's nicht mehr. Aber wenn ich was vergessen habe, dann schreibt es mir. Ansonsten bitte ich mal um Fingerzeige, wer wohin mitkommen wollen würde.

Sonntag, 11. Februar 2007

Ungefähr 2006

Jetzt ist es endlich soweit: Ich habe Fernweh. Darauf habe ich seit meiner Rückkehr gewartet. Ich hätte große Lust, euch alle noch einmal für ein paar Wochen zurückzulassen und abzuhauen.

O.k., nicht alle.

Aber seit ein paar Tagen denke ich regelmäßig an die Zeit in Kanada, die rückwirkend vielleicht doch die beste, weil beruhigendste war während der knapp vier Monate. Die Ausblicke auf den Barkley Sound, den Strand am Keeha Beach, die Seen am Icefields Parkway und den Lake Abraham haben irgendwas in mir zum Stillstand gebracht, was zuvor hektisch, fast schon unkontrolliert ausgeschlagen hatte. Als würde ein großes Uhrenpendel in mir Amok laufen und dann plötzlich ... naja, lassen wir das. Ist'n bescheuertes Bild.

Jedenfalls war es einfach zu schön, sich nicht mit so profanen Dingen wie Zukunft oder dem Datum auseinandersetzen zu müssen. Es reichte zu wissen, dass es ungefähr 2006 war. Heute hat mich ein Kollege mal wieder auf die Reise und die Berichte in der Zeitung angesprochen. Ich habe ihm gesagt, dass die nichts anderes als halbseitige Postkarten waren, auf denen ich das Wort "Ätsch!" möglichst blumig umschrieben habe.

Vor einiger Zeit hatte mir der stellvertretende Chefredakteur sogar gesagt, er wolle mal sehen, ob er diese Artikel nicht für irgendeinen thematisch passenden Journalistenpreis vorschlagen könnte. Ich wüsste nicht, dass es einen Preis für Realitätsverlust gibt, aber ich würde ihn wohl nicht ablehnen.

Sonntag, 4. Februar 2007

Wir sind Heiner!

Deutschland ist Weltmeister. Im Handball. Das ist diese brutale Provinz-Sportart, die vor drei Wochen fast keine Sau kannte, geschweige denn irgendeinen aktuellen Nationalspieler oder den Bundestrainer. Das ist nun anders. Gerade das Gesicht von Heiner Brand dürften mittlerweile mehr Leute kennen als das des Bundeswirtschaftsministers. Es ist aber auch nicht schwer, sich das Gesicht von Heiner Brand zu merken, denn es besteht ja praktisch nur aus Schnauzbart. Und weil uns dieses sympathische, an Stoizismus nicht zu überbietende Bartgesicht gezeigt hat, wozu Menschen fähig sind, wenn sie an sich glauben, bis zum Umfallen für ein Ziel kämpfen und bedingungslos für einander einstehen, sollten wir uns alle den selben Schnauzbart wachsen lassen. Auch die Frauen. Gerade im Handball gibt es ja einige Damen, die schon ziemlich nahe dran sind.

Die deutsche Nationalmannschaft (der Herren jetzt) hat's bei der Siegerehrung vorgemacht und ist komplett mit dickem Schnauzbart aufgelaufen. Und seien wir ehrlich: Bei einigen hat das optisch auch nichts mehr kaputt gemacht. Also lassen wir das Gesichtshaar sprießen, in Dankbarkeit und Anerkennung für die Arbeit von Heiner Brand, seinem verschworenen Team - und einem sensationellen Turnier. Wir sind Heiner!


28 000 Menschen vor dem Historischen Rathaus in Köln warten auf die neuen Handball-Weltmeister.