Sonntag, 13. April 2008

Abenteuer Autobahn

Erst wollte ich mich darüber aufregen, dass ich gerade an jedem Wochenende stundenlang im Zug sitze, um quer durch die Republik zu fahren. Aber wenn ich dann zur Abwechslung mal im Auto sitze, ist es auch nicht besser: Als ich am Samstag Natalies erstes eigenes Auto von meinen Eltern zu ihr in die Wallachei gebracht habe, wäre das beinahe ultimativ ins Auge gegangen. Auf der A3, 50 km vor dem Ziel, ist ein älterer Mann von einer Brücke auf die Fahrbahn gesprungen. Oder gestoßen worden. Jedenfalls lag er da, mitten auf der Autobahn, als ich mit Tempo 140 auf ihn zuraste. Zum Glück habe ich ihn rechtzeitig gesehen und im Gegensatz zu einigen Vorausfahrenden angehalten.

Dann ging alles ganz schnell. Mehrere Leute haben ihn versorgt, er hatte sich wohl die Beine gebrochen und den Kopf angehauen, schien aber nicht lebensgefährlich verletzt zu sein. Aber zwei Dinge gingen mir für den Rest des Tages nicht mehr aus dem Kopf: Erstens hätte ich mir gewünscht, cooler zu sein. Beim Tippen der Notrufnummer habe ich mich vertan, und beim zweiten Versuch bekam ich ein Besetztzeichen, was eigentlich nicht sein sollte. Ich kann ehrlicherweise auch nicht sagen, ob ich, wäre ich der erste oder einzige am Ort des Geschehens gewesen, den Mann gut versorgt hätte. Obwohl ich dazu eigentlich in der Lage sein sollte. Aber meine Reaktionen waren langsam, meine Angst, mich dem Mann zu nähern, größer als angemessen.

Zweitens hätte er vermutlich nur einige Sekunden früher springen oder fallen müssen, und er wäre auf meiner Motorhaube gelandet. Und das wäre dann mit einiger Sicherheit das Ende von uns beiden gewesen.

Andere sollen an diesem Wochenende ja gerockt, gekotzt und Zigaretten gegessen haben. Ich hab nur überlebt.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

wer hat gerockt, gekotzt und zigartetten gegessen? war da nicht mein geburtstag? absinth und so...