Freitag, 19. Juni 2009

Kontraste

Gestern war Loser-Party bei dem bekannten Internet-Irokesen Sascha L.. "Gefeiert" wurde das frisch beschlossene Gesetz zur Einführung von Internet-Sperren, "Feiernde" waren die Aktivisten, die sich in den letzten Wochen massiv und kreativ gegen dieses Gesetz gewehrt haben. Die waren jedenfalls ordentlich geladen und planen jede Menge lustiger Aktionen. Aber für einen Nicht-Nerd wie mich war das vor allem faszinierend, weil jeder Besucher der Party mit mindestens einem Laptop und mindestens einem iPhone unterwegs war, weil Twitter auf den Flachbildfernseher an der Wand geworfen wurde, damit alle sehen, was alle gerade twittern, während alle nebeneinander sitzen, und weil sich da Leute zum ersten Mal persönlich begegnet sind, die sich seit neun Jahren virtuell kennen. Ach ja, und weil sich viele mit ihrem Twitternamen vorgestellt haben, weil sonst niemand gewusst hätte, wer sie sind.

Nebenbei habe ich noch einen Online-Ressortleiter einer bekannten deutschen WochenZEITung kennen gelernt, der mir sofort angeboten hat, als Autor für ihn zu arbeiten. Das sollte ich bei Gelegenheit wirklich mal machen.

Dann ab 0:30 der totale Kontrast zur vertwitterten Gesellschaft: Ein paar Meter weiter lief in einer Kinosondervorstellung "Into the Wild", den ich unbedingt noch sehen wollte. Hat sich gelohnt, der Film wirkt nach. Besonders, wenn man nachts um drei auf dem Fahrrad durchs das schlafende Berlin nach Hause kurvt. Schöner Abend.

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