Eine der schöneren Ecken von Frankfurt ist Darmstadt. Da jedenfalls war ich gestern zusammen mit vier Kollegen, um Rainald Grebe und die Kapelle der Versöhnung zu sehen und zu hören. Drei Stunden standen die auf der Bühne, und so viel Wahnsinn habe ich selten in so kurzer Zeit erlebt.
Das Programm hatte seine Längen, zugegeben. Der Mann ist nicht durchgängig so albern, wie seine Welthits Brandenburg und Dörte es andeuten. Aber halt immer mal wieder. So auch in den ersten fünf Minuten, als er Volkslieder von "Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde" über "Was ist grün und stinkt nach Fisch" bis "Du hast drei geile Löcher, aber eins davon quasselt mir zu viel" in ein unfassbares Medley gepackt hat.
Dazu über mehrere Songs hinweg die Beschreibung von Berlinern, die aufs Land ziehen wollen und der Bio-Bohème, die den Prenzlauer Berg unbewohnbar macht, einzeilige Lieder wie "Auch Anarchisten kämmen sich nachts heimlich die Haare", und zwischendrin solche Knallersongs:
Ganz am Schluss dann etwas, das diesem hier sehr, sehr ähnlich war:
Erfreulicherweise waren auch pophistorisch bewanderte Kollegen von mir dabei, die den Bang-Bang-Teil nicht nur als Teil des Kill-Bill-Soundtracks identifizierten, sondern mir auch noch sagen konnten, dass er im Original von Nacy Sinatra gesungen wird:
Laut Wikipedia ist das fast richtig. Der Song wurde zunächst von Cher gesungen, in den 60ern. Nancy Sinatra hat ihn dann kurz darauf gecovert. Aber Grebes Version rockt irgendwie am meisten.
Samstag, 5. Juni 2010
Bang, Bang - ein Ausflug in die Pophistorie
Eingestellt von Patrick @ 08:59
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