Mittwoch, 1. Juli 2009

Zur Lage der Nation

Zugegeben, in letzter Zeit habe ich hier viel über meine Arbeit geschrieben. Das mögen einige von euch nur mäßig interessant finden. Vor allem, wenn man ab und zu ins Nachbarblog von Laura schaut, die auf den Philippinen ein Abenteuer nach dem anderen erlebt.

Aber ich habe derzeit einfach eine Phase, in der ich sozusagen Lust auf Karriere habe. Das klingt jetzt allerdings größenwahnsinniger als es ist. Die letzten 17 Monate - die Volo-Zeit - sind unfassbar schnell rumgegangen, und ich weiß, dass ich mich dabei deutlich weiterentwickelt habe. Mir war mit 19 Jahren schon klar, was ich werden will. Jetzt bin ich fast 32 - und am Ziel von damals. Und ich bin heilfroh, dass ich mehr will. Andernfalls würde ich in ein Loch fallen.

Es ist noch nichts spruchreif, aber es gibt vorsichtige Signale, dass in absehbarer Zeit auch noch ein weiterer kleiner Schritt möglich sein könnte. (Wenn das nicht zurückhaltend formuliert ist, dann weiß ich auch nicht...) Das zwingt mich aber jetzt dazu, mal darüber nachzudenken, was ich eigentlich als Journalist erreichen will. Will ich einfach nur in Ruhe in einer Redaktion sitzen und irgendeine Zeitung für irgendeinen Leser machen? Bin ich ein notorischer Besserwisser, der möglichst vielen Menschen seine Sicht auf das Weltgeschehen vorsetzen will? Oder will ich die Welt wenn schon nicht beherrschen, dann wenigstens verändern? Oder irgendwas dazwischen? Ansatzweise beschäftigt mich das schon seit einigen Monaten, und deshalb ist mein Blog zumindest gefühlt etwas monothematisch geraten.

Alles hat seine Zeit. Jetzt ist die Zeit für solche Überlegungen - und gegebenenfalls die nötigen Konsequenzen. Euer Job bei der Sache ist, mir ab und zu einen Tritt zu geben, damit ich auch mal an was anderes denke. An Menschen, die besucht, an Orte, die bereist und an Ereignisse, die befeiert* werden müssen.

* künstlerische Freiheit

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