Montag, 20. Juli 2009

Kultur - oder besser: "Kultur"

Natalie hat als Neu-Bonnerin ein Gutscheinheft zur Begrüßung bekommen, mit dem sie kostenlos in mehrere Museen, Theater etc. gehen darf. Also haben wir uns gedacht, wir machen mal was radikal anderes als in den letzten 2,5 Jahren. Wir machen mal Kultur.

Samstagnachmittag waren wir im Haus der Geschichte und haben uns eine Sonderausstellung über Bild-Ikonen angesehen. Fotos, die weltberühmt sind und für ein besonderes Ereignis stehen. Die Bilder und ihre Geschichten über Zufälle, Fälschungen etc. waren richtig interessant, aus politischer, historischer und journalistischer Sicht. Soweit, so kulturell also.

Abends dann Contra-Kreis-Theater. War meine Idee. Aber erstens habe ich vorher nicht gesehen, dass es eine Komödie sein sollte. Das hätte ich dann gelasen, denn bei Komödien habe ich, zumindest was Filme angeht, grundsätzlich ein eher unglückliches Händchen.

Zweitens habe ich nicht geahnt, dass es schlimmstes Bauerntheater sein würde. Schenkelklopfer für Senioren, wie Millowitsch ohne Dialekt. Ich hatte zur Pause schon innere Blutungen vor lauter Fremdschämen, so schlimm war's. Und neben mir eine Oma, die ihrem greisen Gefährten jeden zweiten Gag nacherzählen musste, weil er taub war. Dann sagt die auch noch sowas wie "Auf solche Witze muss man erstmal kommen." Da hatte sie irgendwie auch wieder recht.

Jedenfalls war's anti-kulturell und mit das Schlimmste, was ich jemals auf einer Bühne gesehen habe. Für die Eingeweihten: Lieber gehe ich nochmal zu einem Konzert von Dillinger Escape Plan.

Das nächste Stück sucht Natalie aus. Dann bin ich wenigstens nicht schuld. Übrigens war nur ihre Karte kostenlos. Meine hat 24 Euro gekostet.

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