Samstag, 5. Juni 2010

Bang, Bang - ein Ausflug in die Pophistorie

Eine der schöneren Ecken von Frankfurt ist Darmstadt. Da jedenfalls war ich gestern zusammen mit vier Kollegen, um Rainald Grebe und die Kapelle der Versöhnung zu sehen und zu hören. Drei Stunden standen die auf der Bühne, und so viel Wahnsinn habe ich selten in so kurzer Zeit erlebt.

Das Programm hatte seine Längen, zugegeben. Der Mann ist nicht durchgängig so albern, wie seine Welthits Brandenburg und Dörte es andeuten. Aber halt immer mal wieder. So auch in den ersten fünf Minuten, als er Volkslieder von "Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde" über "Was ist grün und stinkt nach Fisch" bis "Du hast drei geile Löcher, aber eins davon quasselt mir zu viel" in ein unfassbares Medley gepackt hat.

Dazu über mehrere Songs hinweg die Beschreibung von Berlinern, die aufs Land ziehen wollen und der Bio-Bohème, die den Prenzlauer Berg unbewohnbar macht, einzeilige Lieder wie "Auch Anarchisten kämmen sich nachts heimlich die Haare", und zwischendrin solche Knallersongs:




Ganz am Schluss dann etwas, das diesem hier sehr, sehr ähnlich war:




Erfreulicherweise waren auch pophistorisch bewanderte Kollegen von mir dabei, die den Bang-Bang-Teil nicht nur als Teil des Kill-Bill-Soundtracks identifizierten, sondern mir auch noch sagen konnten, dass er im Original von Nacy Sinatra gesungen wird:




Laut Wikipedia ist das fast richtig. Der Song wurde zunächst von Cher gesungen, in den 60ern. Nancy Sinatra hat ihn dann kurz darauf gecovert. Aber Grebes Version rockt irgendwie am meisten.

Mittwoch, 2. Juni 2010

Smart

Nachdem ich mich die ersten 28 oder 29 Jahre meines Lebens geweigert habe, mir ein Handy zuzulegen, habe ich den nächsten Entwicklungsschritt nun mit lediglich zwei Jahren Verspätung getan: Ich habe mir gestern eins von diesen neuen Smartphones gekauft - und den Abend damit verbracht, es wenigstens notdürftig zu konfigurieren.

Es kann natürlich fliegen und macht schon ganz passable Omeletts. Ich hab bloß noch nicht rausgefunden, wie man damit telefoniert. Wer mich also in den nächsten Tagen anruft, muss sich nicht wundern, wenn irgendwas unvorhergesehenes passiert. Die Nummer ist aber noch die alte. Theoretisch.

Mittelfristig setze ich darauf, dass dieses Gerät mein Gehirn ersetzt. Nach allem, was ich darüber gelesen habe, kann es das.

Mittwoch, 26. Mai 2010

Das Buch der Liebe ist lang und langweilig

Gestern hat ProSieben die letzte Folge der 8. Scrubs-Staffel gesendet. Es ist die letzte echte Scrubs-Folge überhaupt. Denn die 9. Staffel hat andere Hauptdarsteller und ein anderes Setting und ist deshalb nicht mehr wirklich vergleichbar.

Diese letzte Folge jedenfalls endet mit einem Song, der mich so melancholisch macht, wie ich schon sehr lange nicht mehr war: "The Book Of Love", gesungen (aber nicht geschrieben) von Peter Gabriel.




The book of love is long and boring
No one can lift the damn thing
It's full of charts and facts and figures and instructions for dancing
But I
I love it when you read to me
And you
You can read me anything
The book of love has music in it
In fact that's where music comes from
Some of it is just transcendental
Some of it is just really dumb
But I
I love it when you sing to me
And you
You can sing me anything
The book of love is long and boring
And written very long ago
It's full of flowers and heart-shaped boxes
And things we're all too young to know
But I
I love it when you give me things
And you
You ought to give me wedding rings

Das ist ein sehr, sehr schöner Text. Ich sag sowas nicht oft über Liebeslieder. Zumal mir momentan nicht nach Liebesliedern zumute ist. Gerade deshalb bin ich wohl so melancholisch. Vielleicht sollte ich das alles auch gar nicht schreiben. Geht schließlich nur mich etwas an. Aber irgendwann werde ich das hier wieder lesen und mich an diese Zeit erinnern.

Ich bekomme übrigens nachher, spätestens aber morgen früh, ein iPad. Zu Testzwecken. Vielleicht heitert mich das ja wieder auf.

Mittwoch, 19. Mai 2010

Blutarmut

Da wollte ich gestern endlich mal etwas sinnvolles tun - und dann durfte ich nicht. Ich wollte Blut spenden. Ich weiß seit 12 Jahren, dass ich mit 0 negativ eine in Deutschland ziemlich seltene Blutgruppe habe (der Link ist für eine bestimmte Person, die das hier vielleicht ja noch liest) und deshalb spenden sollte. Aber erst jetzt habe ich mich überwinden können und bin nach der Arbeit zum Blutspendedienst gefahren.

Ich habe dann freundlich darauf hingewiesen, dass ich einen niedrigen Blutdruck habe und deshalb mit einiger Wahrscheinlichkeit Kreislaufprobleme bekommen werde, wenn erstmal ein halber Liter abgezapft wurde. Daraufhin die Ärztin: "Dann machen wir es nicht."

Finde ich unglaublich. Selbst wenn mir schwarz vor Augen wird, dann lege ich mich kurz hin, trinke was und nach ein paar Minuten bin ich wieder ok. Wo ist das verdammte Problem? Seit Jahren bettelt das DRK um Blutspenden, viel zu wenig Menschen würden es tun - und dann darf ein gesunder Mensch wie ich es nicht, weil mir hinterher vielleicht ein bisschen komisch wird? Schwachsinn.

Ach ja, ich hätte aber eh nicht gedurft, weil mein Mittelamerika-Urlaub noch keine sechs, sondern erst vier Monate her ist und ich ja noch jederzeit wegen eines Virus tot umfallen könnte.

Dienstag, 11. Mai 2010

Heidenspaß

Britische Polizisten, die sich selbst als Heiden bezeichnen, dürfen an neuheidnischen Feiertagen nun Urlaub beantragen. Schreibt die Times. Die Pagan Police Association sei nun als Minderheitenvertretung anerkannt, heißt es in dem Bericht.

Vorschlag meines Kollegen: Wir sollten die Vereinigung Heidnischer Journalisten gründen. Großartige Idee. Ich wäre dabei. Das Wort "Vereinigung" muss übrigens sein, sonst würden nur die Initialen HJ übrig bleiben, und die hat uns irgendein Idiot schon geklaut.

Unsere erste Forderung wäre auch klar. Wir wollen ein Heidengeld für die Heidenarbeit, die wir hier jeden Tag verrichten. *schenkelklopf*