"Kannst du singen und brüllen?" - Die Frage kam unerwartet. Gestern wurde ich von zwei befreundeten Musikern angeprochen, die einen neuen Sänger für ihre Krawallband suchen. Erinnert ihr euch an Berserker-Olaf, den Russen aus "Clerks"? So ungefähr würde ich wohl klingen. Also sagte ich Nein. Aber immerhin: Ein erstes Jobangebot. Wenn das so weitergeht, wird 2007 vielleicht doch ein spannendes Jahr.
Wenn ihr aber jemanden in eurem Verwandten-, Freundes- oder Vorgesetztenkreis habt, der sich leidenschaftlich gern die Seele aus dem Hals schreit, dann soll er sich mal bei Angels & Enemies umsehen. Songs fürs neue Album sind bis aufs Gebrüll fertig, der Plattenvertrag winkt auch schon. Und 15 Minuten Ruhm sollten einem schon mindestens einen Lungenflügel wert sein.
Jetzt aber erstmal einen guten Rutsch ins neue Jahr! Oder um es mit den Worten von Olaf zu sagen: "Would you like some making fuck?..."
Sonntag, 31. Dezember 2006
Berserker
Eingestellt von Patrick @ 18:18 0 Kommentare
Montag, 25. Dezember 2006
... und wer wischt das Blut weg?
Am Samstag habe ich eine alte Schulfreundin wiedergetroffen. Ihr Freund ist Arzt, erzählte sie mir. Bei einem Einsatz im Rettungswagen musste er zu einer Frau, deren Lover beim Sex an einer Hirnblutung gestorben war. Der Arzt und seine Kollegen konnten sich vor Lachen kaum halten, auch wenn das gegenüber der Frau vielleicht nicht ganz fair war. Aber hey, sie kann jetzt behaupten, schon mal jemanden zu Tode gevögelt zu haben, und schöner sterben als er kann niemand.
Warum sehen wir eigentlich immer zuerst das Negative? Wer einfach mal Ruhe bewahrt und die Nerven, der findet auch im größten Chaos noch das Gute, Wahre und Schöne. Daher auch der Quatsch mit den Nervensträngen. Kettcar singen das in "Wäre er echt". Der Refrain lautet "Was für Nervenstränge soll'n das denn sein, und wer wischt das Blut weg?"
Ich bin jetzt hier, zum Aufwischen. 2006 ist fast vorbei, und wenn ich mir überlege, was in diesem Jahr so alles passiert ist, dann wird mir schwindelig:
Die Trennung von Svenja, die zwar technisch gesehen noch 2005 über die Bühne ging, sich aber erst in 2006 auswirkte: Ich war plötzlich wieder alleine, zum ersten Mal seit drei Jahren.
Im Januar musste meinem Dad ein Tumor aus dem Kopf entfernt werden.
Im Februar kam Julia, die eigentlich auf Frauen steht, bei mir gnädigerweise aber eine Ausnahme gemacht hat.
Dann war WM, was großartig war und bewegend. Wie der Mauerfall, nur in gut.
Gleich danach habe ich meinen Job geschmissen und bin in 113 Tagen einmal um die Welt geflogen.
Währenddessen hat mein unkaputtbarer Wunder-Opa seine Krebsoperation gehabt und überstanden. Alles andere wäre auch nicht akzeptabel gewesen. Diese Welt braucht meinen Opa noch, denn mein Opa rockt.
Geplant war dann im November eine triumphale Rückkehr nach Köln, geradewegs in den Job meiner Träume. Aber der wurde auf kölsche Art und Weise an jemand anderen vergeben, was mich spontan in eine mittelschwere Lebenskrise gestürzt hat, aus der ich noch nicht wieder ganz herausgefunden habe.
Zum Glück gibt's Menschen, an denen ich mich zur Not festhalten kann, wenn die Nervenstränge doch mal reißen und ich mit Blutaufwischen nicht mehr hinterherkomme.
Irgendwie hoffe ich, dass 2007 weniger aufregend wird.
Andererseits: Warum eigentlich?
Kettcar singen schließlich auch
"Das Gute an schlechten Zeiten: Pferde satteln, weiterreiten."
Wer reitet mit?
Eingestellt von Patrick @ 23:48 2 Kommentare
