Am Samstag habe ich eine alte Schulfreundin wiedergetroffen. Ihr Freund ist Arzt, erzählte sie mir. Bei einem Einsatz im Rettungswagen musste er zu einer Frau, deren Lover beim Sex an einer Hirnblutung gestorben war. Der Arzt und seine Kollegen konnten sich vor Lachen kaum halten, auch wenn das gegenüber der Frau vielleicht nicht ganz fair war. Aber hey, sie kann jetzt behaupten, schon mal jemanden zu Tode gevögelt zu haben, und schöner sterben als er kann niemand.
Warum sehen wir eigentlich immer zuerst das Negative? Wer einfach mal Ruhe bewahrt und die Nerven, der findet auch im größten Chaos noch das Gute, Wahre und Schöne. Daher auch der Quatsch mit den Nervensträngen. Kettcar singen das in "Wäre er echt". Der Refrain lautet "Was für Nervenstränge soll'n das denn sein, und wer wischt das Blut weg?"
Ich bin jetzt hier, zum Aufwischen. 2006 ist fast vorbei, und wenn ich mir überlege, was in diesem Jahr so alles passiert ist, dann wird mir schwindelig:
Die Trennung von Svenja, die zwar technisch gesehen noch 2005 über die Bühne ging, sich aber erst in 2006 auswirkte: Ich war plötzlich wieder alleine, zum ersten Mal seit drei Jahren.
Im Januar musste meinem Dad ein Tumor aus dem Kopf entfernt werden.
Im Februar kam Julia, die eigentlich auf Frauen steht, bei mir gnädigerweise aber eine Ausnahme gemacht hat.
Dann war WM, was großartig war und bewegend. Wie der Mauerfall, nur in gut.
Gleich danach habe ich meinen Job geschmissen und bin in 113 Tagen einmal um die Welt geflogen.
Währenddessen hat mein unkaputtbarer Wunder-Opa seine Krebsoperation gehabt und überstanden. Alles andere wäre auch nicht akzeptabel gewesen. Diese Welt braucht meinen Opa noch, denn mein Opa rockt.
Geplant war dann im November eine triumphale Rückkehr nach Köln, geradewegs in den Job meiner Träume. Aber der wurde auf kölsche Art und Weise an jemand anderen vergeben, was mich spontan in eine mittelschwere Lebenskrise gestürzt hat, aus der ich noch nicht wieder ganz herausgefunden habe.
Zum Glück gibt's Menschen, an denen ich mich zur Not festhalten kann, wenn die Nervenstränge doch mal reißen und ich mit Blutaufwischen nicht mehr hinterherkomme.
Irgendwie hoffe ich, dass 2007 weniger aufregend wird.
Andererseits: Warum eigentlich?
Kettcar singen schließlich auch
"Das Gute an schlechten Zeiten: Pferde satteln, weiterreiten."
Wer reitet mit?
Montag, 25. Dezember 2006
... und wer wischt das Blut weg?
Eingestellt von Patrick @ 23:48
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2 Kommentare:
Danke für die freundliche Erwähnung! ;-p
Tja man sollte niemals nie sagen...
Hoffe das Du hier öfter mal was schreibst, freue mich schon!
Ganz lieben Gruß von der die eigentlich auf Frauen steht *lol*
hallo patrick,
semi-unbekannterweise (bin lauras hase, wir haben uns vor jahren auch mal ein paar mal in köln getroffen, vorzugsweise bei konzerten im underground) wollte ich nur sagen: danke für den eintrag! ich hatte diesen teil von "einer" doch tatsächlich immer überhört.. ich such mir jetzt ein pferd, ess noch ein eis - und dann reite ich auch los :-)
vicy
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