Sonntag, 6. Mai 2012

Die langsamste Achterbahn der Welt

Krasser Tag!

Wir sind im Hochland von Panama.

Um 5 Uhr morgens haben wir mit der Besteigung des Vulkans Baru begonnen, mit gut 3400 m der hoechste Berg des Landes. Nach 5,5 Stunden und 13,6 Scheissendreckskilometern waren wir oben. War wirklich grenzwertig anstrengend, auf steilen Geroellpfaden und in der ersten Stunde sogar im Dunkeln. Immerhin hatten wir Begleitung: Franzi aus Berlin / Magdeburg und ihr Freund Diego aus Mexiko City.

Nach 3 Kilometern auf dem Rueckweg, Claudia war schon ordentlich platt, kam ein Auto von oben. Ein Pick-up-Truck mit drei Muellfaessern auf der Ladeflaeche. Wie der diesen Weg runtergekommen ist, ohne einfach auseinanderzubrechen, verstehe ich immer noch nicht. Jedenfalls wurden wir mitgenommen, auf der Ladeflaeche. Es war die langsamste Achterbahn der Welt, teils nicht mal Schrittgeschwindigkeit. Dafuer mit so viel Schraeglage in den Geroellkurven, dass einem echt mulmig wurde.

Ging nicht viel schneller als zu Fuss, hat aber die Beine geschont. Und war irgendwie lustig.

Bilder dauern noch, die PCs hier sind schwach auf der Brust.

Morgen gehts jedenfalls nach Panama City.

Dienstag, 1. Mai 2012

Sowas von jwd

Wir sind wieder in der Zivilisation. Drake Bay, Ausgangspunkt fuer unsere Tour auf der Peninsula de Osa, war ja schon abgeschieden, aber die drei Tage mitten im Corcovado Nationalpark waren etwas, was ich so noch nicht erlebt habe: Weit ab von wirklich allem, sind wir mit unserer Fuehrerin 6 (!) mal jeweils zwischen 1,5 und 3,5 Stunden durch den Dschungel gestapft. Teils sogar morgens um 4:30 Uhr.

Gesehen haben wir u.a. Krokodile, Bullenhaie, Tapire, einen Ameisenbaer (so ziemlich das suesseste Tier, das ich je gesehen habe), hellrote Aras und gruene Papageien, Kolibris, Geier, truthahnartige Tiere, die lustige Stoehngeraeusche von sich geben, Bruellaffen, Kapuzineraeffchen, Nasenaffen und einen Skorpion in unserem Schlafzimmer in der Rangerstation Sirena.

Die Gespraeche mit Zobeida, die uns gefuehrt hat, verliefen meist so:

Wir: "Diese Haie und Krokodile hier am Strand ... ist das nicht der gleiche Strand, an dem wir gestern hier mit dem Boot angekommen sind?"

Sie: "Nein, das war da hinten." (deutet auf eine Stelle etwa 300 Meter weiter)

Oder so:

Wir: "Der Fluss, in dem wir eben baden waren, ist das der mit den Krokodilen?"

Sie: "Ja, aber die sind nicht hier, die sind viel weiter oben an der Flussmuendung."

... nach 5 Minuten Wanderung...

Wir: "Also hier?"

Sie: "Ja, hier."

Unterkunft und Verpflegung waren uebrigens ... spartanisch: dreimal taeglich Reis und Bohnen (das Nationalgericht). Bilder folgen (von den Tieren, nicht vom Essen).

Jetzt wollten wir eigentlich zum Vulkan Arenal, aber das wird alles zu hektisch. Also fahren wir lieber gleich an die Karibikkueste und erholen uns von den Strapazen. Und Panama wartet ja auch noch auf uns...

Dienstag, 24. April 2012

Der Leguan auf dem heissen Blechdach

Wir sind in der Nahe des Nationalparks Manuel Antonio, laut Forbes der elftschoenste der Welt. Was fuer ein Titel. Unser Hostel hat mehr Leguane als Gaeste. Die drei Echsen, die staendig vor der Tuer unsere Huette rumlungern, haben wir Johannes, Paul und Umar getauft. (Nicht fragen, ist einfach so.) Sie rennen immer mal wieder ueber das Blechdach, was gewoehungsbeduerftige Geraeusche verursacht.

Auf dem Weg zum Strand habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Bruellaffen gehoert. Sie klingen wie eine Mischung aus aufgebrachten Hunden und dem Hulk. Am Strand selbst dann: Lenin und Jelzin (siehe Foto):
Unsere anstrengendste Aktivitaet bislang (neben Haengemattentesten): Segeln. Oder besser: gesegelt werden:
Uebermorgen verschwinden wir erstmal fuer ein paar Tage im Dschungel. Und ihr so?

Samstag, 14. April 2012

Bald...

So, 6 Stunden Arbeit liegen heute noch vor mir, dann hab ich vier Wochen Urlaub. Nächste Woche geht's ab nach Costa Rica & Panama. Das wäre dann auch endlich mal wieder ein Anlass, hier etwas zu posten. Mal sehen, ob ich zwischendurch ein paar Bilder hochladen kann.

Freitag, 23. März 2012

Mein Kiez

Seit fast einem Dreivierteljahr lebe ich jetzt hier in Neukölln. Und das sieht so aus: Meine Postfiliale an der Ecke verkauft auch Bier, hat dafür aber keinen Briefmarkenautomaten. Mein türkischer Bäcker backt die deutschesten Mehrkornmüslidinkelbrötchen östlich des Mississippi. Er und mein Inder gegenüber sind so dermaßen freundlich, dass es bei Ur-Berlinern als Integrationsverweigerung gilt. In meiner eigentlich recht kurzen Straße gibt es nicht weniger als sieben Kitas, einen Spielplatz, einen Fischgrillimbiss (oder Grillfisch) und einen Treffpunkt für Türken, der in Sommernächten die ganze Straße bis 3 Uhr morgens unterhält, weil die Männer draußen sitzen und das tun, was sie für "reden" halten. In meinem Haus eröffnet demnächst ein bulgarischer Supermarkt. Was auch immer das ist. Drei Querstraßen weiter, so heißt es, hat die Polizei jede Kontrolle verloren. Niemand weiß, wer alles illegal in den Wohnungen dort lebt. Dass ich heute ganz in der Nähe einen Polizeibus vollgepackt mit Beamten in voller Riot Gear gesehen habe, heißt aber wohl, dass man die Niederlage noch nicht offiziell eingestehen will. An der Rolltreppe zur S-Bahn haben heute zwei ältere Damen versucht, den "Wachtturm" an die Ungläubigen/Muslime/Hindus zu bringen. Es war die selbe Ecke, in der am Vorabend ein Penner eine Tüte geraucht hat, die man noch in Kreuzberg gerochen haben dürfte. Und in den maximal abgerockten Kneipen der Umgebung mit bröckelndem Putz, miesen Holzstühlen oder gleich Eimern als Stühlen treffen sich die Hipster, die tagsüber den Bezirk durchgentrifizieren, indem sie mit ihren Social-Media-Berater-Gehältern die topsanierten Wohnungen übernehmen.

Ist wohl überflüssig zu sagen, dass ich mich hier sauwohl fühle.