Am Mittwoch fahre ich in die absolute Einöde. Nicht, nicht die Lüneburger Heide, nicht der Westerwald, nicht die sibirische Tundra. Schlimmer. Ich fahre in ein 600-Seelen-Dorf im Neckar-Odenwald-Kreis, für eine Reportage. Die Dorfbewohner wollen ans DSL-Netz der Telekom angeschlossen werden. Für das Glasfaserkabel mussten ein 2,2 Kilometer langer Graben ausgehoben und Leerrohre verlegt werden. 200.000 Euro hätte es gekostet, wenn die Telekom das selbst gemacht hätte. Also haben die Dorfbewohner selber zum Spaten gegriffen und es für die Hälfte gemacht.
Ich lass mir das alles zeigen und erklären und habe dann 1,5 Tage Zeit, 230 Zeilen darüber zu schreiben. Find ich super. Das Problem: Das Dorf, in dem die Telefonnummern noch dreistellig sind (!), hat weder einen Bahnhof noch eine Bushaltestelle. Der Verlag wird sich über die Spesenabrechnung freuen, wenn ich mit dem Taxi vom Rand der Zivilisation in die Wildnis fahre - und hoffentlich zurück.
Montag, 12. Januar 2009
Dreistellige Telefonnummern
Eingestellt von Patrick @ 18:39
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