Montag, 3. Dezember 2007

Gefühlter Kölner

So richtig schön ist es hier ja nicht. In der Stadt, meine ich. Ein Riesenhaufen Scheiße in der Bahnhofspassage, eine plattgefahrene Ratte auf dem Gehweg, der penetrante Uringeruch in der U-Bahn - Frankfurt hat ein Anzugträger-Viertel und drei Igitt-Viertel. Ich hätte gerne was dazwischen. Zwischen Köln-Lindenthal und Köln-Ehrenfeld liegt ja schließlich auch Köln-Braunsfeld als Puffer. Aber da kann man wohl nichts machen.

Ich habe mich nach neun Jahren tatsächlich als "Kölner" gefühlt. Gefühlter Kölner sozusagen. Wie aus mir jemals ein Gefühlter Frankfurter werden soll, ist mir schleierhaft.

Immerhin: Was die Skater hier so machen, stellt die Künste der Kölner Domplatten-Kids in den Schatten. Nachzusehen im Film Fahr doch, dessen Premiere meine Mitbewohnerin am vergangenen Wochenende organisiert hat. Das Ganze war auch ein Beweis für die Macht von Myspace: Der Film wurde nur im Internet beworben, und trotzdem standen am Samstag 200 oder 300 Leute vor dem winzigen Kino, das für den Abend angemietet worden war. Und die alle wollten Geld bezahlen, um den vollkommen handlungslosen und sinnfreien Skaterszenen-Streifen zu sehen. Darauf einen Frankfurter Applaus.

Keine Kommentare: