Sonntag, 11. Februar 2007

Ungefähr 2006

Jetzt ist es endlich soweit: Ich habe Fernweh. Darauf habe ich seit meiner Rückkehr gewartet. Ich hätte große Lust, euch alle noch einmal für ein paar Wochen zurückzulassen und abzuhauen.

O.k., nicht alle.

Aber seit ein paar Tagen denke ich regelmäßig an die Zeit in Kanada, die rückwirkend vielleicht doch die beste, weil beruhigendste war während der knapp vier Monate. Die Ausblicke auf den Barkley Sound, den Strand am Keeha Beach, die Seen am Icefields Parkway und den Lake Abraham haben irgendwas in mir zum Stillstand gebracht, was zuvor hektisch, fast schon unkontrolliert ausgeschlagen hatte. Als würde ein großes Uhrenpendel in mir Amok laufen und dann plötzlich ... naja, lassen wir das. Ist'n bescheuertes Bild.

Jedenfalls war es einfach zu schön, sich nicht mit so profanen Dingen wie Zukunft oder dem Datum auseinandersetzen zu müssen. Es reichte zu wissen, dass es ungefähr 2006 war. Heute hat mich ein Kollege mal wieder auf die Reise und die Berichte in der Zeitung angesprochen. Ich habe ihm gesagt, dass die nichts anderes als halbseitige Postkarten waren, auf denen ich das Wort "Ätsch!" möglichst blumig umschrieben habe.

Vor einiger Zeit hatte mir der stellvertretende Chefredakteur sogar gesagt, er wolle mal sehen, ob er diese Artikel nicht für irgendeinen thematisch passenden Journalistenpreis vorschlagen könnte. Ich wüsste nicht, dass es einen Preis für Realitätsverlust gibt, aber ich würde ihn wohl nicht ablehnen.

1 Kommentar:

Sandra´s Blog hat gesagt…

Danke danke, ja ich bin zurück und schon kann ich dein Fernweh verstehen. Ich bin gespannt ob das wieder besser wird....ich denke fast es wird wieder leichter, aber ganz hört das wohl nicht mehr auf...einmal infiziert, immer infiziert.