Sonntag, 29. März 2009

Vorurteile

Fünf Tage München liegen hinter mir. Und ich muss sagen: Schöne Stadt. Da zerbröseln sie, meine Vorurteile gegenüber allem, was Bayerisch ist. Nagut, nicht ALLEM. Aber der Olympiapark mit Sicht auf die Berge und AC/DC-Fans vor der Halle, die schon um 12 Uhr mittags auf das Konzert am Abend warten, der Englische Garten, nette Kneipen und Cafés - das alles hat schon was. Vor allem, wenn man es von einer erfolgreich assimilierten Niedersachsin gezeigt bekommt, die aus dem selben Dorf kommt wie man selbst und die man seit etwa 20 Jahren kennt, aber seit zwei Jahren nicht mehr gesehen hat. Danke nochmals.

Habe da sogar einen bayerischen Film im Kino gesehen: "Der Architekt". Meine Empfehlung: Nur reingehen, wenn man gerade die Welt scheiße findet und sich danach nicht besser fühlen will.

Montag, 23. März 2009

Google belügt Frankfurt

Samstagabend war ich mit einer Freundin in einer Pizzeria verabredet. Auf dem Weg dorthin sah ich sie an der meiner Straßenbahn vorbei gehen und stieg aus, um den Rest des Weges mit ihr zusammen zu gehen. Sie war schon einigermaßen verzweifelt, dass wir immer noch nicht da waren, sagte immer wieder was von "Auf der Karte sah das so nah aus". Insgeheim fragte ich mich, was das für eine Karte war, denn auf meinem Stadtplan war eindeutig zu erkennen, dass wir am östlichen Arsch Frankfurts essen gehen wollten.

Als wir endlich da waren, warteten schon zwei ihrer Kolleginnen, die ebenfalls überrascht waren, soweit draußen gelandet zu sein. Nach und nach trudelten immer mehr Kolleginnen ein, und alle waren vom langen Marsch platt. Sie alle hatten bei Google Maps nach der Adresse geschaut. Und tatsächlich: Google lügt.


Links die von Google angegebene Adresse, rechts im roten Kringel die echte. Was lernen wir daraus: Never trust Google. Use a Falkplan instead.

Ansonsten war der Abend eher mau. Ich gegen sieben CO2-Verschmutzungszertifikathändlerinnen aus sechs Nationen in einer Pizzeria, in der man sich anschreien musste, weil es so laut war - da war ich chancenlos. Hinterher in einem Club fraß der Kicker meine Münzen und die Musik ein Loch in mein Gehirn. Fazit: Weggehen in Frankfurt ist immer noch verbesserungsfähig.

Samstag, 21. März 2009

New World Order

Heute ist mein Ebay-Päckchen mit ca. 500 Trading Cards von "Illuminati - New World Order" angekommen. Jetzt sitze ich auf meinem Bett und wühle mich durch die Karten, die mich zu WG-Zeiten eine Menge Lebenszeit gekostet haben. Ein komplizierteres Spiel als "INWO" dürfte es kaum geben, das Regelwerk ist ein ganzes Buch. Aber was da gerade an nostalgischen Erinnerungen an stundenlange Sessions mit Sebi, Sven und Andi hochkommt, ist schon großartig. Schade, dass ihr alle keine Ahnung habt, wovon ich hier eigentlich rede. Und schade, dass ich keine Möglichkeit sehe, mal wieder eine Runde zu spielen.

Montag, 16. März 2009

Warum ich kein Wirtschaftsjournalist werden will

"Fannie Mae (NYSE: FNM) wird den Kapitalbetrag der folgenden Wertpapieremissionen am unten angegebenen Einlösungstermin zu einem Einlösungspreis einlösen, der 100 Prozent der eingelösten Kapitalsumme zzgl. von darauf bis zum Tag der Einlösung aufgelaufenen Zinsen entspricht"

(Meldung aus dem Agenturticker)

Und kann mir jetzt noch bitte jemand den Vorteil eines nach Streubesitz-Marktkapitalisierung gewichteten Aktienindex gegenüber einem preisgewichteten Index erklären? Bitte?!

Mittwoch, 11. März 2009

Das Gläserne Arschloch

In Frankfurt hat ein neues Shopping-Center eröffnet. Weil's architektonisch ... ich sag mal "ungewöhnlich" ist, feiern die Frankfurter das Ding natürlich sofort wieder als Beweis ihrer eigenen Göttlichkeit. Dabei hatte ich, als ich am Samstag zum ersten Mal davorstand, eine ganz andere Assoziation: Das Loch in der Mitte der Glasfront sieht aus wie ... ein Anus. Für mich ist der neue Shoppingtempel von nun an Das Gläserne Arschloch.